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Ticks

Meine Lieben,

kennt ihr eure „Ticks“?

Was heißt, ihr habt keine! Jeder hat welche und verheimlichen kann man sie über einen längeren Zeitraum sowieso nicht. Also raus damit! Das Leben wird leichter und vor allem macht es unheimlich Spaß herauszufinden, warum man diesen oder jenen „Tick“ hat. Obwohl natürlich manches so tief in uns vergraben ist, daß man nie bis zum Warum kommt.

Meine?

In meinem Portemonnaie sortiere ich die Scheine der Größe nach, also Hunderter, davor Fünfziger, dann Zwanziger, Zehner und ganz vorne Fünfer.

Flaschen, egal was, mit Bodenresten, also noch circa ein bis zwei Zentimeter über dem Flaschenboden, leere ich oder trinke ich aus, gilt nicht für Schnapsflaschen, das wäre dann doch zu viel.

Unordentliche Teppichfransen bringen mich zum Stolpern, ich habe eine passende Haarbürste, meine Teppichfransenbürste, um sie in Richtung zu bringen! Man kann auch versuchen, eine Teppichecke etwas anzuheben und dann mit Schwung wieder zurückfallen zu lassen, manchmal funktioniert das aber nicht so perfekt, ein paar bleiben immer noch in der falschen Richtung, also mit der Bürste ist das effektiver.

Ich putze gerne Schuhe, man sieht, was man geschafft hat, hat ein Erfolgserlebnis!

Tropfen auf dem Boden machen mich verrückt, mein Schwiegersohn kann ein Lied davon singen, er ist inzwischen sehr vorsichtig.

Ich esse vorzugsweise weiße Eier, meine eigene Statistik sagt mir, daß in braunen Eiern häufiger ein Hahnentritt ist als in weißen. Ich könnte auch behaupten aus politischen Gründen: keine braunen Eier.

Eine Tasse halte ich mit der linken Hand, obwohl ich Rechtshänder bin, und ich hasse diese „Mugs“.

Ich höre selten Lieder zu Ende.

Unpünktlichkeit kann ich nicht verknusen, meinen Mitarbeitern habe ich früher erklärt, daß der liebe Gott die Zeit, die man zu spät kommt, hinten abzieht. Ich bin immer überpünktlich, meist fünf Minuten (oder sogar mehr) vor der Zeit.

Wenn ich für zwei oder drei Tage verreise, dann beginne ich beim Packen mit der Unterwäsche und den Socken, meist packe ich auch sieben T-Shirts ein und benutze dann nur zwei davon.

Beim Schlafen habe ich den Kopf, sagt man mir, zumindest halb unter dem Kopfkissen anstatt darauf!

Seit ich in Japan war, esse ich alles, was man mit Stäbchen essen kann, mit meinen japanischen Stäbchen.

Am Ende eines Gesprächs fällt mir immer noch etwas ein, ich sage dann „Halt!“, um diesen Punkt noch anzubringen, ähnlich wie Detektiv Columbo.

Früher habe ich mir, sobald ich ins Auto eingestiegen war, erst eine Zigarette angezündet, den (ich weiß, es heißt das) Radio angemacht und dann den Schlüssel umgedreht und mich während des Fahrens angeschnallt. Heute laß ich das mit den Zigaretten weg, auch das mit dem Radio, dafür creme ich mir die Hände ein, jedes Mal! Dann fahre ich los und schnalle mich dabei an.

Ich benutze meinen Mittelfinger als Zeigefinger.

Ich sortiere in der Besteckschublade gerne das Besteck, jedenfalls Löffel und Gabeln, die liegen in ihren jeweiligen Fächern in einer Reihe, linksbündig!

Noch etwas?

Das ist es, was mir so einfällt, vielleicht beobachtet ihr noch etwas an mir, das mir ganz selbstverständlich und logisch vorkommt.

Und schaut mal nach euren Ticks!

Ich wünsche euch einen interessanten Sonntag.
Paßt auf euch auf, streitet nicht
und haltet zusammen.

Euer Eckhard/Papa/Opa

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