Meine Lieben,
es ist 5 Uhr am frühen Morgen, ich liege noch im Bett. Die Fenster sind weit offen, ein angenehmes Windchen streicht durch das Zimmer, die Raben krächzen, wie jeden Morgen.
Wenn sie nur singen könnten! Wahrscheinlich denken sie – falls sie denken können, aber warum eigentlich nicht? –, das wäre Singen und finden das einmalig, wobei sie mit dem „einmalig“ wahrscheinlich recht haben.
Alle möglichen Gedanken drehen sich in meinem Kopf. Schwierig, einen festzuhalten, weil sie so schnell sind, so unorganisiert und einfach zu viele.
Halt, stop, jetzt habe ich einen erwischt. Wie liege ich eigentlich?
Der Kopf im Norden, die Beine dann Richtung Süden, logischerweise.
Ich überlege mal, wie und wo ich immer im Bett liege, also am See, das wißt ihr ja jetzt, in Hofheim von Osten nach Westen, in meiner Jugendzeit lag ich von Süden nach Norden, aber als ich das größere Mansardenzimmer meines Bruders übernahm (er war beim Bund), auch mal von Westen nach Osten.
Sogar in manchen Hotels, wenn ich dort öfter war, wie in den USA in der Nähe meines Arbeitgebers, in Chicago, Ost – West, je nachdem, in welchem Zimmer ich gebucht war. Spielt das eigentlich eine Rolle, frage ich mich?
So könnte ich ewig weitermachen.
Ewig ist jetzt ein bißchen übertrieben, aber ich krieg mehr oder weniger meine sämtlichen, wie sagt man da jetzt, Bettliegepositionen zusammen.
Was für ein Blödsinn, völlig sinn- und nutzlos.
Es gibt zur Schlafposition keine wissenschaftlichen Untersuchungen, aber im Ayurveda sollte der Kopf im Osten sein, so folgt man der Erdrotation und dem Sonnenaufgang. Im Feng Shui liegt man am besten von Norden nach Süden und somit im Einklang mit dem magnetischen Feld der Erde.
Naja, wer’s glaubt, ich meine, es ist eher wichtig, wer neben einem liegt oder, wenn man alleine liegt, daß man ein gutes „Fritzle“ im Arm hat, auf dem man sein müdes Haupt betten kann. Ein Fritzle ist übrigens das kleine Kissen, das man immer bei sich haben sollte. Ok, wenn ihr lieber auf einem Plüsch-Raben oder einem alten Krokodil aus Kindertagen schlafen wollt, ist das natürlich auch zu tolerieren, wenn’s zur Geborgenheit beiträgt.
Jetzt, da ich mich mit dieser ganzen Schlaferei beschäftigt habe, bin ich natürlich noch weiter interessiert.
Was es da alles gibt, schaut mal im Netz nach, Bauchlage, Seitenlage (das mit der stabilen Seitenlage ist jetzt etwas anderes, das macht dann jemand mit einem, hoffentlich), Embryolage, Rückenlage. Viel mehr kann es auch nicht geben, sonst würde man ja in der Luft hängen.
Übrigens hat die heutige Überschrift nichts damit zu tun, wie man liegt, dieses alte deutsche Sprichwort meint, daß jeder im Endeffekt für seine Entscheidungen und Taten verantwortlich ist und die entsprechenden Konsequenzen tragen muß.
Das klingt jetzt negativ, ist es aber nicht. Es gibt immer einen Weg, der uns in die individuelle, richtige Richtung führt.
Das Beste am Älterwerden oder, besser gesagt, am Alter ist, daß man plötzlich merkt, was man nicht mehr weiterdenken muss, was man nicht mehr verstehen muss. Mit seinen Gedanken, seinem Herzen, seiner Seele macht man einen Friedensvertrag, nicht nur einen Waffenstillstand, einen endgültigen Friedensvertrag! Dieser ist das Resultat der durchlebten Jahre, mit Erfahrungen, die so alt sind wie man selbst.
Ich wünsche euch einen Sonntag in der idealen Lage,
paßt auf euch auf, streitet nicht und haltet zusammen.
Lieben Gruß aus Hofheim
Euer Eckhard/Papa/Opa
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