Zum Inhalt springen

Salve

Meine Lieben,

kennt ihr das? Die Sonne scheint durchs Fenster, es wird ein wunderbarer Tag werden, so sieht es wenigstens aus, und ich, ich liege noch im Bett und bin unglaublich nervös. Das Herz schlägt mir bis zum Hals, der Magen ist angespannt und ich möchte laufend tief durchatmen, was ich auch tue, aber so richtig beruhigen kann ich mich damit nicht.

Warum, warum, frage ich mich? Jetzt fällt es mir ein, an welcher „Krankheit“ ich gerade leide.

Reisefieber!

Wenn man das nachschlägt, dann findet man eben diese Symptome, die ich gerade bei mir feststelle.

Jetzt, da ich weiß, was ich habe, wird diese innere Erregung oder Nervosität schon etwas weniger.

Ja, ich verreise, keine Reise, die diese Aufregung wert wäre.

Übrigens hat gestern ein Bub, etwa acht Jahre alt, als er gemeinsam mit seiner kleinen Schwester an meiner Garage vorbeiging, sie haben ihre Räder geschoben, ihr irgendetwas erklärt, er sprach von etwas Riesigem, wobei er sich korrigierte und meinte, es wäre nicht sooo riesig, sondern eher mittelriesig. Ich fragte mich, was das genau bedeutet.

Naja, meine Reise ist eben auch nicht riesig, nicht einmal mittelriesig, sondern um bei der Terminologie zu bleiben, eher kleinriesig, nur ein drei- bis viertägiger Städtetrip nach Rom.

Mittelriesig ist natürlich diese Kofferpackerei. Wüßte man doch nur schon vorher, was man alles wieder ungebraucht zurückbringt. Das würde einiges vereinfachen. Man weiß das inzwischen, aber trotzdem nehme ich jedes Mal zu viel mit.

Naja, die Flugbegleiterin könnte mit dem Tomatensaft etwas unvorsichtig sein und schon ist man froh, daß man noch eine Ersatzhose für die Ersatzhose dabei hat, und wer es wirklich schafft, nach einem Spaghettiessen völlig unbefleckt vom Tisch aufzustehen, der verdient meine Bewunderung, also doch noch ein extra Poloshirt.
So füllt sich eben das Handgepäck, ich reise immer, wenn möglich, nur mit Handgepäck, auf einer Geschäftsreise von Kairo über Ryad, Dubai nach Istanbul, ist mir mein Koffer in einem eintägigen Abstand gefolgt.

Deswegen nur Handgepäck!

Mein Bruder und ich nehmen uns eine Auszeit! Wir haben noch ein altes Sparbuch meiner Mutter entdeckt, wir wollen der Mutti posthum eine Freude machen und „verreisen“ das Geld.

Wann habt ihr das letzte Mal eine Auszeit genommen?
Ich denke, man braucht das ab und zu, durchatmen, sich nur auf sich konzentrieren, ein wenig alleine sein. Alleine sein ist nichts Negatives, man ist nur bei sich und das tut gut. Man lebt dann nur im Moment.

In diesem Fall nehmen wir uns diese Zeit gemeinsam.

War ich auf längeren Geschäftsreisen, die auch ein Wochenende einschlossen, dann war Rom, neben ein oder zwei anderen Städten, immer eine gute Wahl.

Wir schlendern einfach nur mal so vor uns hin, ja, einiges haben wir schon geplant, Sixtinische Kapelle, aber auf alle anderen Sehenswürdigkeiten wollen wir einfach nur beim Bummeln treffen.

Etwas anzuschauen in so einer wunderbaren Stadt ist zwar wichtig, aber noch wichtiger sind die gemeinsamen Abende beim Essen, beim Reden, einfach beim Zusammensein. Wir genießen jetzt Rom, die Stadt, die Geschichte, die Sehenswürdigkeiten, das Essen, die Menschen. Uns!

Ich wünsche euch una bellissima domenica,
paßt auf euch auf, streitet nicht und haltet zusammen!

Saluti da Roma
Euer Eckhard/Papa/Opa

P. S. Eine Auswahl der Sonntagsgedanken als Taschenbuch bekommt ihr bei Amazon oder auch unter ISBN 978 376 9311 006 und ISBN 978 369 5178 643 in eurer Buchhandlung.

Kommentare sind geschlossen, aber Trackbacks und Pingbacks sind möglich.

Abonniere die Sonntagsgedanken

Die letzten Beiträge

Archiv