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Die Drei, die Vier

Meine Lieben,

diese Woche war Nikolaus, ich hatte vergessen einen Stiefel rauszustellen! Ich habe auch gedacht, dass so alte Kinder wie ich bestimmt nichts mehr vom Nikolaus bekommen,

Gott sei Dank hatte ich mich getäuscht. Ein Paar Socken, kann man immer brauchen, aber der Hit war einen Teleskoprückenkrazer! 

Der Nikolaus kennt sich eben aus. 

Wenn einen etwas nicht interessiert kann man zwar sagen „rutsch mir den Buckel runter“ oder „das juckt mich nicht“, aber wenn es physisch wirklich am Rücken juckt, ist so ein Rückenkratzer IDEAL!

Heute sind die Geschenke im Stiefel, früher kam der Nikolaus zu uns ins Haus. 80 Treppen hoch, mit lautem Gepolter, und Geschnaufe. Wir saßen schon andächtig, na, ich würde sagen, eher ängstlich, im Wohnzimmer, zusammen mit Oma, Opa, Tante und den Eltern. 

Manchmal war auch Knecht Ruprecht dabei. 

Aber meist kam der Nikolaus alleine. Wahrscheinlich hat der Knecht Ruprecht auf den Schlitten aufgepasst.

Wenn er dann Platz genommen hatte sangen wir ein Weihnachtslied und dann, dann schlug er sein goldenes Buch auf und las uns die Leviten, (Redewendung geht auf dem 8. Buch Mose zurück), ok ok es gab auch Positives, was er erwähnte. 

Jeder musste noch ein Gedicht aufsagen und bekam dann ein kleines Geschenk.

Irgendwie waren wir Kinder unglaublich erleichtert, wenn er sich dann wieder verabschiedete und wir versprachen, ab jetzt immer ganz artig zu sein.

So war das mit dem Nikolaus, übrigens hat mir Alva einmal erklärt, es gibt falsche und richtige Nikoläuse, den richtigen erkennt man daran, dass er nicht verkleidet ist. 

Na, jetzt wissen wir Bescheid!

In dem Zusammenhang fällt mir ein, das Philipp, als 5-Jähriger sich überhaupt nicht wunderte, dass der Nikolaus, der uns mal in Einhausen besuchte, weiße Turnschuhe trug, anstatt schwere Stiefel.

Heute weiß ich übrigens, dass bei uns zuhause, wenn der Richtige mal keine Zeit hatte, Frau Raab aus der Nachbarschaft den Nikolauspart übernahm.

Da sag noch einer Feminismus wäre was Neues. Wenn Frau Raab vor 60 Jahren schon ohne Probleme Männeraufgaben übernehmen, sprich der Nikolaus sein konnte.

Ich weiß, dass man heute den Kindern diesen Nikolaustress erspart, aber ein Gedicht aufsagen, ein bissle Angst haben und froh sein, wenn er wieder weg ist, das ist schon aufregend. 

Ich glaube nicht, dass ich solche Nikolauserinnerungen hätte, wenn immer nur morgens am 6. Dezember ein Geschenk im Stiefel gesteckt hätte.

Illusionen, Träume, Märchen, das alles gehört irgendwie dazu. Und sind auch Märchen manchmal grausam und benutzen (nach heutigem Standard) falsche Begriffe, so ist das doch alles ein Teil unseres Lebens. 

So wie wir das heute ändern, ändern vielleicht andere das übermorgen wieder, wer weiß das schon.

Jetzt, da ich langsam, aber nur langsam, älter werde finde ich diese Ruhe der Adventszeit und dieses Gefühl, diese Gelassenheit wieder.

Gegen 5, wenn es schon dunkel ist, eine Kerze anzünden, die Flamme beobachten, eine Tasse Tee, mit Rum, trinken und ab und zu versuchen durch die Dunkelheit auf den See zu schauen. 

Es ist dann ein wenig, wie zu der Zeit als träumen noch geholfen hat und Wünsche immer in Erfüllung gingen.

Ich wünsche euch einen schönen, 3. Advent mit Vorfreude auf die kommenden Tage.    https://youtu.be/qTx-sdR6Yzk

Gebt auf euch acht, haltet zusammen und streitet nicht.

Lieben Gruß vom See,

Eckhard O/P

Ein Kommentar

  1. Jean-Pierre Kunz

    Herrlich!

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