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Teureresel

Meine Lieben,

Ostersonntag, die Hasen waren unterwegs, die Kinder sind schokoladenverschmiert, die Sonne scheint und wir sind zufrieden.

Als ich noch viel kleiner war, also altersmäßig. Größenmäßig bin ich ja überschaubar, wobei das große Vorteile hat, die Gedanken oder auch notwendige Befehle, die uns unser Gehirn gibt, kommen viel schneller an den entsprechenden Stellen an, ist ja logisch, die Wege sind eben kürzer. 
Man merkt das zwar kaum, aber man weiß es. Das ist gut so, es hebt das Selbstbewusstsein von uns Kleineren.

Also, als ich noch kleiner war, habe ich fest geglaubt, dass wenn man dem Osterhasen Salz auf den Bürzel streut, er dann wie angenagelt sitzen bleibt. Ich habe es zweimal probiert, aber ich kam nie nah genug an die Hasen – die mit den langen Ohren – heran!

Diese Woche saß ich bei meine wieder erwachten Schildkröten Agamemnon und Elektra im Freilandgehege und stellte mir vor, wie es ist, wenn man fast ein halbes Jahr geschlafen hat. 
Ist da dann ein Gefühl, dass man etwas verpasst hätte? Heute haben ja viele das Gefühl etwas verpasst zu haben, besonders jetzt im Lockdown, aber auch so meine ich, im Allgemeinen. 
War ich schon hier, habe ich das schon gesehen, habe ich das schon erlebt??
Ich glaube nicht, daß man etwas verpaßt! Was man nicht kennt,  etwas, von dem man nichts weiß, kann man nicht verpassen.

Wie ihr alle wisst war vergangene Woche der 1. April.

Mein Vater, er kam gerade vom Morgenspaziergang mit dem Strolch (Hund), berichtete, dass oben an der Kreuzung ein Pferd verunglückt sei und jetzt Feuerwehr; Polizei, Tierärzte dort sind, um abzusperren, den Verkehr zu regeln, zu helfen, zu retten, und und und …. 

Ich sauste los, sprang mehrere Stufen auf einmal hinunter, rannte, so schnell ich konnte, die Straße hoch, zur Kreuzung – April, April.

Die Tulpen im Blumenkasten vor dem Schlafzimmer waren aus Plastik, meine Mutter hat das erst ein paar Tage später bemerkt – April, April.

Mein Enkel Emil lief hoch zur Drachenwiese, um die dort gefunden Saurierknochen zu bestaunen – April, April.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, es war in den Skiferien in den Flumser Bergen, der Moderator im Radio empfahl ganz nah mit der Nase an den Lautsprecher zu gehen, und ich habe es gerochen! Echt, es roch wirklich nach Kaffee, den er eben im Funkhaus trank und an sein Mikro hielt – April, April.

Zurück zum Osterhasen. Mein Enkel Onno wünschte sich vor einigen Jahren von mir einen Teurenesel (so sagte er das, in einem Wort). An Ostern rief er dann aus dem Italienurlaub an und sagte: „Opa du musst mir den Esel nicht mehr kaufen, der Osterhase hat ihn hier im Olivenbaum versteckt“.
Da waren wir beide froh, dass ich den teuren Esel nicht kaufen musste, aber wir wunderten uns beide ein bisschen, dass der Osterhase soviel Geld hat. Ich meinte: „der hat da bestimmt seine Beziehungen, ist doch klar“.

Es ist herrlich an Träume, gute Feen, Nikoläuse, Wunder und Osterhasen zu glauben.  Das macht unser Leben so viel reicher!

Lesetipp: Truman Capote „Die Grasharfe“ 
Musik zu Ostern: https://youtu.be/aofmHtuiBBo 

Ich wünsche euch erinnerungsreiche Ostern.

Gebt auf acht.

Liebe Grüße vom See

Papa/Eckhard

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