{"id":733,"date":"2020-05-17T01:02:00","date_gmt":"2020-05-16T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=733"},"modified":"2020-06-22T12:53:06","modified_gmt":"2020-06-22T10:53:06","slug":"mahlzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2020\/05\/17\/mahlzeit\/","title":{"rendered":"Mahlzeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>diese Woche waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen. In der Spargelzeit gibt es nat\u00fcrlich Spargel aber dieses Mal nicht mit Schinken, Schnitzel oder sonst \u00fcblichem, sondern mit einem Kalbsbraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wunderbar! Mir l\u00e4uft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen! Gleichzeitig erwachen nat\u00fcrlich Erinnerungen und dr\u00e4ngen aus den Tiefen ins Freie.<\/p>\n\n\n\n<p>Braten, es gab oft Braten als ich noch ein kleiner Bub war. Besonders bei meinen Gro\u00dfeltern. Wenn man am Sonntag die Stra\u00dfe entlang ging und speziell dann im Hausgang in der Bayernstra\u00dfe 17 bis zum 3. Stock roch es intensiv nach Braten. Nicht, dass meine Oma mit diesen Bratenger\u00fcchen die ganze Stra\u00dfe versorgt h\u00e4tte, aber am Sonntag gab es zumindest da wo ich lebte, Braten. Schweinebraten, Kalbsbraten, Rinderbraten oder auch Rouladen, das hat ja auch diesen wunderbaren Geruch und gibt so eine herrliche So\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Beilage gab es nat\u00fcrlich Sp\u00e4tzle oder zumindest Nudeln, bei der Oma nat\u00fcrlich selbstgemachte Nudeln.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens, als wir in der Schweiz wohnten, haben wir uns auch mal an selbst gemachten Nudeln probiert, nicht dass es da keine N\u00fcdeli g\u00e4be, aber wir wollten das einfach mal probieren. Hat auch gut funktioniert, den ausgerollten Teig haben wir dann \u00fcber einen, W\u00e4schest\u00e4nder im Wohnzimmer zum Trocknen aufgeh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann ab ins Museum nach Winterthur. Als wir zur\u00fcckkamen war der Teig verschwunden, unser Hund hatte 1 Kilo frischen Teig von dem W\u00e4schest\u00e4nder irgendwie herunterbekommen und gefressen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens hat auch der Hund meiner Jugend, bei der Oma, sie hatte die Angewohnheit den Topf auf den Boden der K\u00fcchenveranda zu stellen, den ganzen Braten verschlungen, mit der So\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegessen haben wir bei der Oma am Sonntag im Esszimmer, das wurde sonst unter der Woche eigentlich nicht benutzt. Unter der Woche a\u00df man mehr oder weniger an einem h\u00f6heren Couchtisch im Wohnzimmer. Eigentlich bin ich mir jetzt gar nicht mehr so sicher ob das so war. Auf jeden Fall wurde sonntags im Wohnzimmer an diesem Couchtisch gefr\u00fchst\u00fcckt. Ich legte Schallplatten auf, das hei\u00dft, ich stapelte Singles in den Zehnplattenwechsler. <em>Sonntags ist\u2019s\u2026,<\/em> oder \u2026<em>es l\u00f6scht das Meer die Sonne aus<\/em>.&nbsp;&nbsp;Lieder, die auch mein Opa wahrscheinlich in der Singstunde sang.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich durfte auch toasten. Das war so ein silbriges Ding, welches man an den Seiten aufklappte, das Wei\u00dfbrot reinsteckte, und das Brot dann wenden musste, wenn es auf einer Seite braun genug war. Achtgeben war angesagt, dass nichts anbrannte und es passten logischerweise auch immer nur zwei Brote, eines recht und eines links, in den Toaster.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt habe ich mich doch irgendwie vergaloppiert. Vom Spargelessen \u00fcber den Braten, Nudeln, Hundeerlebnisse, Sonntagsfr\u00fchst\u00fcck mit Musik und bis zum Toastbrot.<\/p>\n\n\n\n<p>Naja, man soll die Erinnerung eben flie\u00dfen lassen, das macht das Leben angenehm und erzeugt ein wohliges Gef\u00fchl in der Seele. Es ist ja riesiger Vorteil, dass man meist nur die guten Dinge in Erinnerung beh\u00e4lt, die anderen sind oft, Gott sei Dank, in einer H\u00f6hle eingeschlossen, die mit einer schweren T\u00fcr versehen ist. Und so lang niemand \u201eSesam \u00f6ffne dich\u201c sagt bleibt das zu.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Zusammenhang f\u00e4llt mir jetzt ein, dass ich schon immer M\u00e4rchen liebte, sie mir vorgelesen wurden und sp\u00e4ter als ich lesen konnte, ich\u2026\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das geht jetzt wirklich zu weit!<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt h\u00f6r ich auf, spar mir die Geschichte f\u00fcr ein andres Mal, sonst komme ich mir ja vor wie <em>Scheherazade<\/em>\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche euch einen sch\u00f6nen Sonntag, mit einem wunderbaren Bratenduft in der Nase, (dazu passt \u00fcbrigens Wagners die Ouvert\u00fcre zu Tannh\u00e4user, entfaltet sich ebenso langsam bis zur Vollendung). Die Vegetarier unter euch d\u00fcrfen sich am gegrillten Gem\u00fcse und ihrem guten Gewissen erfreuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck auf dem Weg zum See,<\/p>\n\n\n\n<p>lieben Gru\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>Papa\/Eckhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, diese Woche waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen. In der Spargelzeit gibt es nat\u00fcrlich Spargel aber dieses Mal nicht mit Schinken, Schnitzel oder sonst \u00fcblichem, sondern mit einem Kalbsbraten. Wunderbar! Mir l\u00e4uft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen! Gleichzeitig erwachen nat\u00fcrlich Erinnerungen und dr\u00e4ngen aus den Tiefen ins Freie. Braten, es gab oft Braten als ich noch ein kleiner Bub war. Besonders bei meinen Gro\u00dfeltern. 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