{"id":670,"date":"2020-03-08T01:30:00","date_gmt":"2020-03-08T00:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=670"},"modified":"2020-06-22T13:25:50","modified_gmt":"2020-06-22T11:25:50","slug":"gummiseele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2020\/03\/08\/gummiseele\/","title":{"rendered":"Gummiseele"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>unterwegs im Auto, ich h\u00f6re Musik von meinem iPod.<br>\u201e I want to hold your hand\u201c. Ich stoppe die Playliste, gehe auf &#8222;The Beatles&#8220; und beschlie\u00dfe heute nur noch, nach Zufallsauswahl, die <em>Fab Four<\/em> zu h\u00f6ren. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich nicht nur h\u00f6ren, logischerweise auch mitsingen. Ich kann viele Songtexte auswendig, aber Beatlestexte kann ich wirklich fast alle. Meist wei\u00df ich sogar von welcher&nbsp; LP, auf welcher Seite und welches St\u00fcck. Mein Freund und ich &#8211;  wir waren etwa 16 Jahre &#8211; haben in den Ferien in einer Papierfabrik gearbeitet. W\u00e4hrend der Nachtschicht &nbsp;haben wir uns Beatles LPs rauf und runter vorgesungen, nat\u00fcrlich in der entsprechenden Reihenfolge. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt kann ich mich wahrscheinlich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, da\u00df ich in dieser Zeit aufgewachsen bin. Jeden Monat hat man gefiebert was als n\u00e4chstes auf den Markt kommt. Man war dabei, mittendrin!<\/p>\n\n\n\n<p><br>&#8222;<em>Sound of Silence&#8220; <\/em>mit einem Freund beim Radio Freytag in einer Kabine. Man konnte einen Knopf dr\u00fccken, dann wurde das n\u00e4chst Lied gespielt, also der Verk\u00e4ufer setzte den Tonarm auf die n\u00e4chste breitere Rille.<em> &#8222;Hey Jude<\/em>&#8220; h\u00f6rte ich das erste Mal in Paris 1968 nach einer Demo gegen den Einmarsch der Russen in Prag.<br><em>&nbsp;&#8222;I want to hold your hand&#8220; <\/em>im Metro, das war ein Kino, das tags\u00fcber durchgehend Filme, Nachrichten, Dokumentationen und Serien zeigte. Ein Freund von mir arbeitete dort an manchen Nachmittagen. Er wechselte die Filmrollen und in der Pause legte er eigene, mitgebrachte Platten auf. Meist Beatles oder RollingStones. Sp\u00e4ter auch Jimi Hendrix, da spielte er aber schon in einer Hendrix Coverband als Schlagzeuger! <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt galt mein Interesse in diesen Jahren &#8211; ich war etwa 14 \/15-  nur Musik und M\u00e4dchen. Schule war eher Nebensache. Aber in der Retrospektive mu\u00df ich sagen, es w\u00e4re vertane Energie gewesen, denn es hat ja auch so gereicht.<br>Meiner ersten Freundin kam ich auf einer Party n\u00e4her. Den ganzen Abend lief \u201eRubber Soul\u201c. Je sp\u00e4ter es wurde, umso langsamer wurde die Musik, <em>\u201eGirl&#8220;, &#8222;Michelle\u201c und &#8222;In my Life\u201c.<\/em> <br>Und dann mu\u00dfte ja immer einer hingehen und den Tonarm wieder entsprechend aufsetzen. Fernbedienung war nicht!<br>Um drei Uhr morgens kam ich nach Hause, der Vater der Freundin der Freundin, bei der die Party stattfand hat uns nach Hause gefahren.<br>Meine Eltern waren stinksauer, weil wir um 7 Uhr in die Skiferien starten wollten. Ich war verliebt und konnte somit, diesen h\u00e4uslichen Stress gut wegstecken. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach 14 Tagen Skiurlaub :braungebrannt! Fr\u00fcher h\u00e4tte man gesagt \u201e wie ein \u2026.\u201c aber das ist heute nicht mehr politisch korrekt, also sage ich es nicht, &nbsp;ging in die Stadt. Man geht als Jugendlicher immer in die Stadt, l\u00e4uft ziellos herum, f\u00e4hrt mit der Rolltreppe im Merkur und schaut den M\u00e4dchen nach.Ich hatte ein hellblaues Hemd angezogen, so kam meine Br\u00e4une besser zur Geltung und lief mit einem bestimmten Ziel durch die Stadt. Da sah ich sie! Etwa 100 m entfernt mit einer Freundin. Ich schlug einen Bogen um einen H\u00e4userblock, so konnte ich von vorne, rein zuf\u00e4llig, ihr entgegenkommen. Mein Herz schlug wie wild, es hat geklappt, cool!<\/p>\n\n\n\n<p><br>Musik war f\u00fcr mich immer ein <em>Elixier (al-iksir, arabisch, Stein der Weisen), <\/em>&nbsp;Musik hat mich dahin gebracht wo ich hinwollte, hat mir ungeahnte Kr\u00e4fte verliehen, mich vor schwierigen&nbsp; Verhandlungen in die richtige&nbsp; Stimmung versetzt und mich anschlie\u00dfend wieder in meine Welt gleiten lassen. Ich bin da v\u00f6llig einig mit Friedrich Nietzsche &#8222;\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-right is-style-default\"><p> Ohne Musik w\u00e4re das Leben ein Irrtum<\/p><cite>Friedrich Nietzsche<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><br>Mit einem Gedicht von <em>Rose Ausl\u00e4nder<\/em><strong>:&nbsp;&#8222;<em>Ein Hauch der sich zu T\u00f6nen weitet.&nbsp;Ein Licht\u00b4, das sich in Klang zerschl\u00e4gt.&nbsp;Ein Duft der aus den Blumen l\u00e4utet&nbsp;Ein Herz, in einen Laut gelegt.\u201c<\/em>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-right\"><p><strong><em>in Hauch der sich zu T\u00f6nen weitet.&nbsp;Ein Licht\u00b4, das sich in Klang zerschl\u00e4gt.<\/em><\/strong><\/p><cite> <em>Rose Ausl\u00e4nder<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><br>Ich w\u00fcnsche ich euch einen klangvollen Sonntag und zum h\u00f6ren empfehle ich euch heute von <em><strong>Lou Reed \u201eTake a walk on the wild side!<\/strong><\/em><br><\/p>\n\n\n\n<p>Lieben Gru\u00df vom SeePapa\/Eckhard<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, unterwegs im Auto, ich h\u00f6re Musik von meinem iPod.\u201e I want to hold your hand\u201c. 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