{"id":52692,"date":"2026-01-11T00:17:00","date_gmt":"2026-01-10T23:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52692"},"modified":"2026-01-10T20:21:41","modified_gmt":"2026-01-10T19:21:41","slug":"beginnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2026\/01\/11\/beginnen\/","title":{"rendered":"Beginnen"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege \u2026\u201c \u2013 \u201eDer Januar\u201c von Erich K\u00e4stner ist eines meiner Lieblingsgedichte. Sucht es euch bitte im Internet, es lohnt sich, es am Anfang eines jeden Jahres zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr habt das hoffentlich alle gut angefangen, euch entsprechende Gedanken gemacht, was alles besser werden soll, und habt euch, diesmal ernsthaft, vorgenommen, euch an eure Vors\u00e4tze zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich mir vornehme? Ach Gott, alles M\u00f6gliche, aber nichts mehr so Gro\u00dfes, wo ich mich s\u2026m\u00e4\u00dfig anstrengen m\u00fcsste. Meine Zeit nutzen, so wie ich es f\u00fcr richtig halte, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr alles M\u00f6gliche zeigen, das hei\u00dft, einfach gro\u00dfz\u00fcgig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein neues Jahr beginnt, wollen wir gerne alles neu beginnen, das ist gut, oft aber beschr\u00e4nkt sich diese Neugier auf Gewohnheiten und Wiederholbares, wie oft checken wir t\u00e4glich unsere E-Mails.<br>Wirklich Neues und Wesentliches entdeckt man meist nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem neuen Jahr will ich mich nicht wieder in der Zeitfalle verlieren, vieles beginnen und wenig zu Ende f\u00fchren, vielleicht soll ich mich an Alfred North Whitehead halten: \u201eDas Ziel unserer Existenz ist \u00fcberhaupt zu leben, zweitens gut zu leben und drittens noch besser zu leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Man untersch\u00e4tzt auch die Strukturen, die uns halten und uns Richtung geben, auch wenn sie nicht immer selbstbestimmt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal frage ich mich, leben wir zu schnell, wollen wir zu viel?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist es wichtig, Zeit auszuhalten, denn es besteht die Tendenz, jedes Zeitfenster auszunutzen.<br>Anstatt bei einer Zugfahrt aus dem Fenster zu schauen und die vorbeifliegende Landschaft zu bestaunen, aktivieren wir zwanghaft das Smartphone, und am Abend zappen wir durch meist nichtssagende, seichte Fernsehprogramme, wir haben M\u00fche, Zeit einfach Zeit sein zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Heidegger bekommt das Sein erst einen Sinn durch das Nichtsein. Wenn man sich das bewusst macht, wird man gelassener und ein gelassener Mensch akzeptiert sich, seine Aktivit\u00e4t und Passivit\u00e4t als einen Teil des eigenen Selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, so soll das sein im neuen Jahr, gelassener und alles in Ruhe angehen und ach ja, noch etwas \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich am letzten Sonntag in der Sonne auf der Bank vor dem Haus sa\u00df, eingewickelt in eine warme Decke, und \u00fcber das verschneite Dorf auf den See und das gegen\u00fcberliegende Ufer sah, da kam mir wie so oft der Herr Schiller in den Sinn: \u201eEr stand auf seines Daches Zinnen \/ und schaute mit vergn\u00fcgten Sinnen \/ auf das beherrschte Samos hin. \/ Dies alles ist mir untert\u00e4nig, \/ begann er zu \u00c4gyptens K\u00f6nig, \/ gestehe; da\u00df ich gl\u00fccklich bin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das mit dem untert\u00e4nig stimmt in diesem Sinne zwar nicht, aber das mit dem gl\u00fccklich sein ist schon so. Immer in diesen Situationen, wenn ich \u00fcber die D\u00e4cher blicken kann und die Unendlichkeit sich mir entgegenstreckt. Dieses Gl\u00fccksgef\u00fchl ist es, was unser Leben wahrscheinlich ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 und ich lese noch immer Tolstoi: \u201e(\u2026) so gleitet die Wolke \u00fcber diesen hohen, unendlichen Himmel.<br>Wie konnte ich diesen hohen Himmel fr\u00fcher nicht sehen?<br>Und wie gl\u00fccklich bin ich, dass ich ihn endlich erkannt habe.<br>Ja, alles ist eitel, alles ist Trug, au\u00dfer diesem unendlichen Himmel.<br>Nichts ist da au\u00dfer ihm \u2013 nichts.<br>Aber selbst er ist nichts als Ruhe, Stille und Frieden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Jerry Jeff Walker - Mr Bojangles (live solo TV 1969)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/b04QIalO90I?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche euch gl\u00fcckliche Zeiten,<br>pa\u00dft auf euch auf, streitet nicht<br>und haltet zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieben Gru\u00df aus Hofheim<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br>Euer Eckhard\/Papa\/Opa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, \u201eDas Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege \u2026\u201c \u2013 \u201eDer Januar\u201c von Erich K\u00e4stner ist eines meiner Lieblingsgedichte. 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