{"id":52637,"date":"2025-08-10T00:36:00","date_gmt":"2025-08-09T22:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52637"},"modified":"2025-08-09T18:38:33","modified_gmt":"2025-08-09T16:38:33","slug":"unsterblich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2025\/08\/10\/unsterblich\/","title":{"rendered":"Unsterblich"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>wie ihr wi\u00dft, lese ich neben B\u00fcchern auch mehrere Zeitungen und Magazine. Manche habe ich abonniert, andere flattern t\u00e4glich elektronisch ins Haus, zum Beispiel die SZ und die FAZ. Ich bin zwar nicht immer ganz einverstanden, was da so drin steht, und oft schon habe ich daran gedacht \u2013 um ehrlich zu sein, haupts\u00e4chlich bei der SZ, denn bei der FAZ lese ich haupts\u00e4chlich den Wirtschaftsteil \u2013, das Abo zu k\u00fcndigen, aber davon habe ich bis jetzt immer wieder Abstand genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Na, man kann doch nicht nur das lesen, was einem gerade pa\u00dft. Zeitungen kann man zwar tats\u00e4chlich abbestellen und dieses Geld sparen, aber erstens kann ich mir das Abo leisten und zweitens ist es wichtig, sich auch mit anderen, manchmal gegens\u00e4tzlichen Meinungen und Gedanken zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim \u00d6ffentlich-Rechtlichen ist das anders, da kann man zwar entscheiden, den nicht zu h\u00f6ren, aber abbestellen und nicht mehr bezahlen kann man nicht. Da gibt es diese pers\u00f6nliche Freiheit nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier mal ein Beispiel, auch wenn ich dieses Thema neben anderen \u201eHofberichtmeldungen\u201c nicht f\u00fcr sehr wichtig erachte: Wenn angeblich 60 Prozent der Bundesb\u00fcrger gegen Gendern sind, dann kann es nicht sein, da\u00df im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, der ja zwangsweise von diesen 60 Prozent mitfinanziert wird, gegendert wird. Ich finde das nicht korrekt. Im Bayrischen hei\u00dft das: \u201eWer zahlt, schafft an\u201c, bedeutet, wer bezahlt, der bestimmt auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie komme ich jetzt auf dieses Thema?<br>Angesto\u00dfen durch die S\u00fcddeutsche, im Lokalteil habe ich heute Morgen, so gegen 5 Uhr, als ich schon ausgeschlafen hatte, gelesen, da\u00df der Gasteig jetzt Fat Cat hei\u00dft (warum eigentlich nicht Fette Katze) und eine wunderbare Heimstadt mit uns\u00e4glich vielen R\u00e4umen f\u00fcr alle m\u00f6glichen Veranstaltungen, Ateliers, Prober\u00e4umen f\u00fcr Nachwuchsbands, verschiedene K\u00fcnstler und so weiter ist, das finde ich prima.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos K\u00fcnstler, wieso sagt man eigentlich K\u00fcnstliche Intelligenz, das hat doch mit Kunst nichts zu tun, ist doch eher gef\u00e4lschte oder unechte Intelligenz, naja, man sagt ja auch Soziale Netzwerke, wobei die doch auch eher unsozial sind. Jetzt habe ich mich mal wieder total verrannt, eigentlich wollte ich erz\u00e4hlen, welche Erinnerungen der Artikel \u00fcber den Gasteig hervorgeholt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>1981, einen Tag nach meinem Geburtstag, brach ich auf in die (f\u00fcr mich) gro\u00dfe weite Welt \u2026 nach M\u00fcnchen. Zun\u00e4chst wohnte ich in Neuperlach, in dieser Trabantenstadt hatte eine Kollegin eine Wohnung, die ich mietete, zun\u00e4chst f\u00fcr die ersten sechs Monate der Probezeit. Die Mitarbeiterin meines neuen Arbeitgebers (ihren Namen habe ich vergessen) war im Lager besch\u00e4ftigt. Ihr Chef, der Lagerleiter, ein Holl\u00e4nder, hie\u00df Damhuis. An seinen Namen erinnere ich mich gut, weil wir wegen ihm einen Arbeitsgerichtsprozess verloren haben. Er hatte n\u00e4mlich einen Mitarbeiter fristlos entlassen, weil der ihn als komischen Vogel bezeichnete. Arbeitsrechtlich ist \u201ekomischer Vogel\u201c kein Grund zur fristlosen Entlassung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach sechs Monaten bin ich dann in die Stadt, nach Haidhausen gezogen, in die Rablstra\u00dfe, \u00fcber die habe ich ja schon mehrfach erz\u00e4hlt. Ihr k\u00f6nnt ja mal in alten Sonntagsgedanken nachforschen, wenn\u2019s euch interessiert.<br>Dort in der N\u00e4he, am Rosenheimer Platz, war ein gro\u00dfes Fabrikgel\u00e4nde oder Lager, ich glaube von Coca-Cola, das wei\u00df ich jetzt nicht mehr genau, auf jeden Fall war es ein riesiges Areal. Wenn ich zum Griechen Essen ging \u2013 es war immer gut dort, man wurde in die K\u00fcche gerufen, konnte in die T\u00f6pfe schauen und ausw\u00e4hlen, was man essen wollte \u2013, lief ich zun\u00e4chst an diesem ewig langen, hohen Zaun an diesem Gel\u00e4nde entlang.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam komme ich jetzt zu dem, was ich eigentlich erz\u00e4hlen wollte.<br>Eines Tages, als ich mal wieder dort entlang zum Griechen ging, bemerkte ich gesch\u00e4ftiges Treiben! Bagger, Lkw, Staub, L\u00e4rm, alles wurde abgerissen. Das war\u2019s dann f\u00fcr dieses Werk, kurze Zeit sp\u00e4ter wurde die Baustelle eingerichtet und dann war irgendwann da ein Hotel und eben der Gasteig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war das erste Mal im Gasteig in der Philharmonie und das kam so \u2026 Inzwischen wohnte ich vor den Toren der Stadt auf dem Lande und da ist Bad Wiessee nicht weit. Eine Spielbank gibt es auch in diesem sch\u00f6nen Ort am Tegernsee. Einen fixen DM-Betrag eingesteckt und auf das Gl\u00fcck versuchen. Das mit dem limitierten Betrag ist wichtig, wie leicht kommt man sonst in Versuchung!<br>Das Gl\u00fcck ist ja sehr wankelm\u00fctig, mal gewinnt man, mal verliert man, oft kann man dann nicht rechtzeitig aufh\u00f6ren, hat aber einen spannenden Abend gehabt und geht meist mit leeren Taschen nach Hause. Sch\u00f6n fand ich auch, da\u00df man sich bei Casinobesuchen \u201eanst\u00e4ndig\u201c anziehen mu\u00dfte, so mit Jacket und Krawatte. Ob das heute noch so ist? Keine Ahnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages bin ich doch mal mit einem stattlichen Gewinn (f\u00fcr meine damaligen Verh\u00e4ltnisse) aus der Spielbank, frohgemut nach Hause gefahren. Was mache ich jetzt mit dem gewonnenen Gl\u00fcck, wie gesagt, festhalten kann man es ja nicht, zumindest nur so lange, bis die Inflation das gevespert hat, was tun? Und jetzt taucht der Gasteig auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kaufte mir ein Abonnement f\u00fcr sechs Mozart-Konzerte mit den Philharmonikern, war zwar ziemlich weit oben im Saal, wo angeblich die Akustik nicht so gut sein soll, aber f\u00fcr mich hat das damals gereicht und zudem war es das, was mein Gewinn so hergab. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, als ich damals bei einem Konzertbesuch das Andante KV 467 zum ersten Mal dort h\u00f6rte, hatte ich das Gef\u00fchl, die T\u00f6ne steigen zu mir herauf, tragen mich h\u00f6her und h\u00f6her, ich war atemlos, berauscht, gl\u00fccklich, irgendwie unsterblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles kommt zur\u00fcck, wenn ich diesen Artikel vom Gasteig lese. Ich h\u00f6re diese Musik, kann meinen damaligen Seelenzustand zur\u00fcckholen, f\u00fchle ihn, versinke darin, immer und immer wieder,<br>eben unsterblich!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Lang Lang - Mozart  Piano Concerto No.21 K467 with Bavarian Symphony Orchestra; Conductor: M Jansons\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/y5teaCsm16Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche euch einen ewigen Sonntag.<br>Seid nett zu einander, streitet nicht, haltet zusammen und pa\u00dft auf euch auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieben Gru\u00df aus Hofheim<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Eckhard\/Papa \/Opa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, wie ihr wi\u00dft, lese ich neben B\u00fcchern auch mehrere Zeitungen und Magazine. 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