{"id":52483,"date":"2024-08-03T21:28:41","date_gmt":"2024-08-03T19:28:41","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52483"},"modified":"2024-08-03T21:28:42","modified_gmt":"2024-08-03T19:28:42","slug":"unausloeschlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2024\/08\/03\/unausloeschlich\/","title":{"rendered":"Unausl\u00f6schlich"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>Sonntag, ich sitze auf der Terrasse, schau\u2019 auf den See, beginne zu schreiben.<br>Es regnet ein wenig, st\u00f6rt mich nicht, bin gut bedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>War schon merkw\u00fcrdig heute Morgen. Normalerweise schaue ich nach dem Aufstehen &#8211; manchmal auch schon im Bett &#8211; ob die Sonntagsgedanken im Netz sind, was f\u00fcr ein Bild sie begleitet, das sehe ich n\u00e4mlich auch erst am Sonntagmorgen und \u00fcberfliege sie kurz.<br>Heute war nichts da!<br>Nicht weil irgendetwas im Netz nicht stimmte, sondern ich hatte, ohne euch das anzuk\u00fcndigen, einfach keine geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df jetzt ja nicht, ob euch die Gedanken gefehlt haben, mir haben sie gefehlt &#8211; auf jeden Fall diese morgendliche Sonntagsroutine.<br>Irgendwie war einfach zu viel los letzte Woche, ich habe mit gro\u00dfer, nein sehr gro\u00dfer Freude den ersten Abzug meines B\u00fcchleins &#8211; eine Auswahl an Sonntagsgedanken &#8211; gesehen; das hat mich \u00fcberw\u00e4ltigt.<br>Zwei meiner Enkel waren zu Besuch, Gartenarbeiten und Sonstiges; mein Kopf war voll mit all diesen Dingen. Zus\u00e4tzlich war ich in Vorbereitung f\u00fcr meine Reise auf die Seychellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da bin ich jetzt, seit gerade eben!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber w\u00e4hrend ich das schreibe, bin ich hier, wo ich gern bin, in meinem Dorf, Blick, auf den See und sonnt\u00e4glich Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Land kann die Seele fliegen, frei aus dem Haus. Man schaut zu, wie der Wind die Gr\u00e4ser streichelt, die V\u00f6gel auf den \u00c4sten wippen und die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Teich die Wassertropfen zu Diamanten machen.<\/p>\n\n\n\n<p>In St\u00e4dten ist man trotz vieler Menschen mehr allein, die H\u00e4user sind Trutzburgen, man kommt nicht hinein, die drinnen kommen nicht heraus.<br>Ich meine ihre Seelen.<br>Wahrscheinlich sucht man deswegen in einer Stadt immer Ablenkung; Theater, Kino Gym, Ausstellungen\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht vielleicht Beides, aber ich, ich brauche inzwischen mehr diese Stille, diese Zeit, die einfach nur so verstreicht und dadurch meist sinnvoll wird.<br>Sich selbst zu finden, wird einfacher, denn das ist es doch, was wir ganz tief in uns drinnen wollen, zu wissen und zu verstehen, wer wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jetzt inzwischen Mittwoch; wird ein hei\u00dfer Tag, sagen sie. Schon am fr\u00fchen Morgen flimmert die Luft, verbirgt, l\u00e4\u00dft keinen klaren Blick zu. Man kann nur erahnen, was sich in der Ferne abspielt; wie man auch nur mutma\u00dfen kann, was die Zukunft bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eben nur diese eine endg\u00fcltige Gewissheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit rennt einfach davon, man dreht sich um und schon ist sie weg. Das ist meist so, wenn man Termine zugesagt, Versprechungen gemacht hat und es schwierig ist diese einzuhalten, den Termin nur schwer halten kann, oder wenn man mit einem lieben Menschen zusammen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber manchmal, machmal bleibt die Zeit einfach stehen; also sie bleibt nicht wirklich stehen, es ist eher so, da\u00df alles andere, was unser Leben vorantreibt, unwichtig wird.<br>Nur der Moment z\u00e4hlt. Oft ist es in der Stunde gro\u00dfen Schmerzes, eines gro\u00dfen Verlustes, eines unwiederbringlichen Verlustes oder eines gro\u00dfen Gl\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, h\u00f6re ich Francoise Hardy, eben aus Sentimentalit\u00e4t, sozusagen zum Andenken. https:\/\/youtu.be\/VlMwDBzwOKI?feature=shared<\/p>\n\n\n\n<p>Bilder gehen durch meinen Kopf, Regentage, aber auch Sommertage, ein M\u00e4dchen in meinem Arm.<br>Man verliert nie etwas ganz, etwas bleibt immer, unausl\u00f6schlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach so, was ich noch erw\u00e4hnen wollte, weil viele mich danach fragten: Die Tischuhr ist zur\u00fcck!<br>Geht wie eine Eins, schl\u00e4gt wie immer die halbe und volle Stunde.<br>Bin sehr gl\u00fccklich!<br>Seit meinem 25. Geburtstag konnte ich mich auf sie verlassen; hoffentlich wird sie mich noch viele Jahre begleiten und mir anzeigen, wann die richtige Zeit ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche euch einen immerw\u00e4hrenden Sonntag.<br>Pa\u00dft auf euch auf, streitet nicht und haltet zusammen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Edith Piaf - Hymne \u00e0 l&#039;amour\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wcx4UVMW244?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich melde mich wieder im September.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieben Gru\u00df von den Seychellen,<br>Euer Eckhard\/ Papa \/Opa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, Sonntag, ich sitze auf der Terrasse, schau\u2019 auf den See, beginne zu schreiben.Es regnet ein wenig, st\u00f6rt mich nicht, bin gut bedacht. War schon merkw\u00fcrdig heute Morgen. Normalerweise schaue ich nach dem Aufstehen &#8211; manchmal auch schon im Bett &#8211; ob die Sonntagsgedanken im Netz sind, was f\u00fcr ein Bild sie begleitet, das sehe ich n\u00e4mlich auch erst am Sonntagmorgen und \u00fcberfliege sie kurz.Heute war nichts da!Nicht weil irgendetwas im Netz nicht stimmte,&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2024\/08\/03\/unausloeschlich\/\">mehr<span class=\"screen-reader-text\">Unausl\u00f6schlich<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":52484,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","spay_email":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i1.wp.com\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG_4527-scaled.jpg?fit=2560%2C1920&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52483"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52483"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52483\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52485,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52483\/revisions\/52485"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/52484"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}