{"id":52278,"date":"2023-05-28T00:51:00","date_gmt":"2023-05-27T22:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52278"},"modified":"2023-05-27T20:56:26","modified_gmt":"2023-05-27T18:56:26","slug":"das-wird-schon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2023\/05\/28\/das-wird-schon\/","title":{"rendered":"Das wird schon"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">letzen Montag, ein wunderbarer Tag; es ist kurz nach sechs Uhr, ausgeschlafen. Brunello legt sich mal schon vors Bett, Streicheleinheiten abholen.<br>Ich bin heute fr\u00fch dran.<br>Oh, keine Butter im Haus. Also anstatt am See geh&#8216; ich heute mal im Nachbarort spazieren, dann kann ich danach im kleinen Supermarkt einkaufen.<br>Die Kinder stehen an der Bushaltestelle, warten, um in den \u00fcbern\u00e4chsten Ort zu fahren, dort ist eine bekannte evangelische Privatschule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pfarrer, der mich konfirmierte ist irgendwann hierher gezogen und hat ebenda seine weltliche Karriere beendet. Wie das danach weiterging, wei\u00df jetzt nat\u00fcrlich noch niemand.<br>Fr\u00fcher war der Schule ein Internat angeschlossen; heute werden die leerstehenden Geb\u00e4ude f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, ich glaube meist aus Syrien, genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich an der Schule vorbeifahre, ist schon ordentlich etwas los.<br>Noch ein St\u00fcck weiter, ich bin auf dem kleinen Parkplatz am Feldrand. Kurz vorher habe ich noch zwei Buben \u00fcber die Stra\u00dfe gelassen. So wie es aussah, musste der gr\u00f6\u00dfere Bruder auf den kleinen aufpassen, damit er gut \u00fcber die Stra\u00dfe kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem geteerten Feldweg, der nach oben f\u00fchrt, kommen mir immer wieder schnell radelnde Kinder mit Schulrucks\u00e4cken entgegen. Ich frage mich, ob ich fr\u00fcher auch so schnell den Berg runtergerast bin; ich glaube, ja.<br>Irgendwann \u00fcbernimmt dann die Angst oder Vorsicht. Nach einem Sturz oder auch nur einem einfachen Umknicken bei einer Wanderung dauert das in meinem Alter immer etwas l\u00e4nger, bis alles wieder in Ordnung kommt.<br>Manchmal wird das auch \u00fcberhaupt nicht mehr so wie fr\u00fcher, aber es wird ja sowieso nichts mehr wie fr\u00fcher.<br>Fr\u00fcher war mal!<br>W\u00e4hrend ich nach oben schnaufe, der Hund zieht, wachsen die B\u00e4ume rechts und links am Feldrand in den blauen Himmel, herrlich!<br>Ich dreh&#8216; mich um, schaue auf den See, das Dorf, mein Gott, wie l\u00e4ndlich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Milan zieht sein Kreise, Felder rechts und links; es ist wundersch\u00f6n.<br>Ja, manchmal ist es unpraktisch auf dem Land zu leben, besonders hier am Ende von Deutschland, nahe der Grenze; da gibt es nicht so viel, aber leben kann man hier.<br>In der Stadt denken die Kinder bestimmt, dass das Brot beim B\u00e4cker w\u00e4chst, das Obst und Gem\u00fcse beim Gem\u00fcseh\u00e4ndler, vielleicht manchmal noch auf dem Markt.<br>In der Stadt gibt es eben andere Priorit\u00e4ten, Banken-Hochh\u00e4user, Shopping Malls, den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, den Biometzger und den Fischladen ums Eck.<br>Aber alles kommt eigentlich von so Orten wie hier.<br>Hier w\u00e4chst das Brot auf dem Feld. Weniger B\u00e4cker, eher Hofl\u00e4den, Eier von wirklich frei laufenden, wahrscheinlich gl\u00fccklichen H\u00fchnern, (wobei ich mich frage, woran man merkt, dass ein Huhn gl\u00fccklich ist und welche Bedeutung Gl\u00fcck f\u00fcr ein Huhn hat), kaum \u00f6ffentlicher Nahverkehr, langsames Internet, am Wochenende von St\u00e4dtern zugeparkte Feldwege\u2026\u2026<br>Aber wahrscheinlich haben viele Menschen doch eine ungestillte Sehnsucht nach so einem \u201aLandleben\u2018, sonst l\u00e4sst sich ja die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Prozent-Zahl der gr\u00fcnen W\u00e4hler in den St\u00e4dten nicht erkl\u00e4ren.<br>\u00dcbrigens m\u00fcssten die Auf-die-Stra\u00dfe-Klimaretter-Kleber hier eine ganze Weile sitzen, bis sich ein Stau lohnt.<br>Au\u00dfer nat\u00fcrlich direkt an der Grenze; da w\u00fcrden sie aber \u00c4rger mit den Schweizern bekommen, die ihre Eink\u00e4ufe im deutschen Supermarkt nicht \u00fcber die Grenze schaffen k\u00f6nnten. Die Butter wird weich, das Gem\u00fcse welkt und das Fleisch wird schlecht, nur die Schweizer Z\u00f6llner, die die Einfuhr von Fleisch kontrollieren, w\u00e4ren zufrieden und w\u00fcrden den gem\u00fctlichen Tag genie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein lieber Mann (das ist so ein allgemeiner stehender Ausdruck; \u201emeine liebe Frau\u201c habe ich bis jetzt noch nicht geh\u00f6rt) bin ich jetzt wieder mal abgeschweift<br>vom Hundespaziergang \u00fcber das evangelische Gymnasium mit den Syrern im ehemaligen Internat bis zur letzten Generation. \u00dcbrigens glaube ich nicht, dass das stimmt mit der letzen Generation, da kommen bestimmt noch ein paar Generationen nach. F\u00fcr eine Generation berechnet von 30 Jahren.<br>Grunds\u00e4tzlich muss man aber die Klimakleber bewundern. Wenn sie wirklich glauben, dass sie die letzte Generation sind, dann w\u00e4re ich, wenn ich einer von ihnen w\u00e4re, ehrlich gesagt, nicht so uneigenn\u00fctzig. Ich w\u00fcrde diese, meine letzten Jahre genie\u00dfen, au\u00dferdem h\u00e4tte ich immer Angst, dass die Polizei den Verkehr umleitet und mich tagelang festgeklebt sitzen lie\u00df und ich auf diese Weise noch mehr restliche Lebenszeit herschenke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein lieber Herr Gesangsverein, was f\u00fcr eine Welt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist Pfingsten, da bekommt man ja, wenn man will, Hilfe von oben und vielleicht kommt uns die rettende Idee, wie wir all diese Klima- und andere Probleme in den Griff bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel zum Nachdenken! Und nicht vergessen an die Eingebung von Oben glauben, dann wird das schon, da bin ich mir sicher!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche euch sch\u00f6ne Pfingsten,<br>passt wie immer auf euch und die anderen auf,<br>streitet nicht, haltet zusammen!<br>Lieben Gru\u00df vom See<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Euer Eckhard P\/O +<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Bill Withers - Lean On Me (BBC In Concert, May 11, 1974)\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/dtC1W-6hwIU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, letzen Montag, ein wunderbarer Tag; es ist kurz nach sechs Uhr, ausgeschlafen. 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