{"id":52231,"date":"2023-02-19T00:24:00","date_gmt":"2023-02-18T23:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52231"},"modified":"2023-02-19T07:30:03","modified_gmt":"2023-02-19T06:30:03","slug":"52231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2023\/02\/19\/52231\/","title":{"rendered":"??????"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zwei Stunden Fr\u00fchst\u00fcck bei\/mit meinem Freund von vis-a-vis, zur\u00fcck nach Hause, langsam gehe ich die 50 Treppen hoch. Ich habe noch nichts geschrieben<br>und es ist schon Freitag!<br>Mit jedem Schritt hoffe ich auf eine Eingebung. Je h\u00f6her ich die Treppen steige, je mehr Hoffnung auf einen guten Gedanken habe ich.<br>Ist ja irgendwie auch logisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestern Morgens um halb sechs wurde ich mit Kanonenschl\u00e4gen geweckt. Erst dachte ich, dass die Schweizer am gegen\u00fcberliegenden Ufer irgendetwas sprengen.<br>Als ich dann aber die Musik h\u00f6rte, durchgehend dasselbe Lied, begleitet von weiteren B\u00f6llern, es war \u201eSchmutziger Dunschtig\u201c.<br>Weiberfasnet!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eingeleitet wird dieser Dunschtig durch \u201eHemdglonkerumz\u00fcge\u201c (Nachthemd und Zipfelm\u00fctze) und so wird man dann mit Musik geweckt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiberfasnacht, gibt es schon seit dem Mittelalter. An diesem Tag \u00fcbernahmen die Frauen in einer m\u00e4nnerdominierten Gesellschaft das Regiment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mit der Dominanz kann ich nicht ganz nachvollziehen. Als Mann behaupte ich, dass M\u00e4nner immer tun, was Frauen wollen.<br>So ist das!<br>Wir M\u00e4nner tun nur so; die klugen Frauen wissen das auch und wir wissen es eigentlich auch. (Man muss das ja nicht gleich zugeben.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fasching, Fasnet oder Karneval ist wirklich die 5. Jahreszeit, zumindest in einigen Landesteilen.<br>In Mainz und K\u00f6ln herrscht tats\u00e4chlich ein Ausnahmezustand, aber auch bei uns im S\u00fcden, bei der Alemannischen Fasnet wird gefeiert, die Rath\u00e4user werden besetzt, B\u00fcrgermeister gefangen genommen und die Kinder werden am Donnerstagmorgen von den Narren aus der Schule befreit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem alten Foto-Album fand ich ein Bild von mir, im zarten Alter von vier, verkleidet als Chinese, eine Bauersfrau k\u00fcssend; also die war auch so mein Alter.<br>Vielleicht war das auf einem Kinderfasching im Cafe Brenner in Pforzheim, da gab es Musik, Tanz, Polonaise und riesige Windbeutel mit unglaublich viel Schlagsahne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur als Chinese, auch Bilder als Koch, Cowboy oder Seemann gibt es von mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indianer war ich nie, da war ich meiner Zeit voraus und das mit dem Chinesen ist wahrscheinlich ein Ausrutscher und hoffentlich zu verzeihen.<br>Alles andere ist ja konform mit dem heutigen Denken, obwohl das auch damals bestimmt keiner als rassistisch empfunden hat, man wollte eben irgendwie anders sein und das ist ja nichts Verwerfliches.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eltern haben an Fasching meist Freunde eingeladen. Man hat getrunken, in der Diele wurde getanzt und sp\u00e4ter, nach dem Kappenabend im<br>\u201e Goldenen Bock\u201c, kamen auch noch Oma und Opa vorbei.<br>Im Radio liefen die entsprechenden Lieder, \u201eHumba-T\u00e4ter\u00e4\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/bY4DZ3iVhoM\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/youtu.be\/bY4DZ3iVhoM<\/a> oder \u201eHeile heile G\u00e4nsje\u201c von Ernst Neger ( Das ist nicht r\u2026.., der hie\u00df so.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tja, so war das.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend jetzt \u00fcberall die H\u00f6lle los ist, sitze ich am See, vielmehr am Schreibtisch, mir ist immer noch nichts Rechtes eingefallen, ich blick auf\u2019s Wasser, sehe das Rotkehlchen im Vogelhaus ein paar K\u00f6rner picken, Brunello l\u00e4uft am Fenster vorbei, ich schaue auf meine Finger, auf H\u00e4nde soll man nicht schauen, das bringt Ungl\u00fcck, hat die Mutti gemeint, aber wenn sie so vor mir liegen und schreiben, da bin ich doch recht stolz, dass ich das mit zehn Fingern kann, schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Habe ich in der einj\u00e4hrigen Handelsschule gelernt, war ein Ausflug, mal \u2018ne andere Schule, die anderen hatte ich alle schon durch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelernt habe ich auch etwas, ( mit zehn Fingern schreiben). Steno, nicht, das war mir zu schnell und ich habe versucht, Diktate so mitzuschreiben, hat aber mehr oder weniger nicht funktioniert. Hat irgendwie auch meine Schrift vers\u2026t.<br>Manchmal habe ich heute noch Schwierigkeiten, mein Geschriebenes zu lesen.<br>Ich hatte mal eine Mitarbeiterin, die Doris, zu der bin ich immer gegangen, wenn ich meine Schrift nicht mehr entziffern konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt habe ich mich mal wieder vergaloppiert. Da ich letze Woche positive R\u00fcckmeldungen \u00fcber das Gedicht von R. Ausl\u00e4nder bekam, hab ich mir gedacht, warum nicht noch ein sch\u00f6nes, diesmal von Adam Zagajewski,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gel\u00e4nder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider &#8211; sagte R. &#8211; zwischen dem Sein<br>und dem Nichtsein gibt es kein Mittelding<br>nichts, nicht einmal einen Korridor, nicht einmal ein Gel\u00e4nder,<br>auf das sich die m\u00fcden Adler niedersetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche euch einen herzerfrischenden Sonntag, ein Nichtfaschingslied gibt\u2019s nat\u00fcrlich auch noch <a href=\"https:\/\/youtu.be\/N6wBxQVBozI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/youtu.be\/N6wBxQVBozI<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passt auf euch und andere auf,<br>streitet nicht und haltet zusammen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieben Gru\u00df vom See<br>Euer Eckhard P\/O<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, zwei Stunden Fr\u00fchst\u00fcck bei\/mit meinem Freund von vis-a-vis, zur\u00fcck nach Hause, langsam gehe ich die 50 Treppen hoch. Ich habe noch nichts geschriebenund es ist schon Freitag!Mit jedem Schritt hoffe ich auf eine Eingebung. Je h\u00f6her ich die Treppen steige, je mehr Hoffnung auf einen guten Gedanken habe ich.Ist ja irgendwie auch logisch. Gestern Morgens um halb sechs wurde ich mit Kanonenschl\u00e4gen geweckt. 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