{"id":52186,"date":"2022-11-13T00:52:00","date_gmt":"2022-11-12T23:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52186"},"modified":"2022-11-12T19:56:38","modified_gmt":"2022-11-12T18:56:38","slug":"4-null-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2022\/11\/13\/4-null-die-zweite\/","title":{"rendered":"4. Null, die Zweite"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<br><br>jetzt geht&#8217;s weiter, ich bin in Hessen, wir wohnen in Lorsch.<br><br>Ich habe das erste Mal Gesamtverantwortung f\u00fcr den Personalbereich bei einem amerikanischen Unternehmen. Unser Chef ist Holl\u00e4nder und obwohl wir im Management Team nur Deutsche sind, verlangt er von uns in Meetings Englisch zu sprechen.<br><br>Er behauptet, dass wir auf diese Weise f\u00fcr internationale Treffen \u00fcben und dort dann eine gute Figur machen werden .<br><br>Es ehrt ihn zwar, dass er sich so um unsere Entwicklung bem\u00fcht aber es hat nat\u00fcrlich auch den, f\u00fcr ihn hervorragenden Nebeneffekteffekt, dass er in Englisch besser ist als wir und auf diese Weise uns in allen Diskussion argumentativ \u00fcberlegen ist.<br><br>Trotzdem war es so ok, wir haben Donnerstags gemeinsam Tennis gespielt, der Finanzchef, der Salesmanager und ich und uns auch sonst gut verstanden.<br><br>Eventuelle arbeitsrechtliche oder sonstige Probleme habe ich in der Regel mit dem Betriebsratsvorsitzenden, ebenfalls nach einem Tennismatch, beim Bier gel\u00f6st.<br><br>Ich konnte in dieser Zeit unglaublich viel ausprobieren.&nbsp;<br>Teambuilding, wir schwammen im Wildwasser, seilten uns von hohen Felsen ab, erklommen Berge und \u00fcbernachteten in H\u00fctten auf 2000 m, der Sprung von einer Br\u00fccke in einen Alpenfluss, man glaubt nicht wie kalt das ist und wie schnell einen die Str\u00f6mung davontr\u00e4gt! 50 m weiter unten warteten die Trainier mit Booten und haben uns wieder rausgefischt.<br>Den J\u00fcrgen haben wir einmal beinahe verloren, aber ich glaube das habe ich in einem anderen Zusammenhang schon mal erz\u00e4hlt, aber nochmal nein wir haben ihn nicht in der kalten Ache verloren, alles ok.<br><br>Ja, gearbeitet haben wir auch!<br><br>In der Retrospektive muss ich sagen, dass es vielleicht eine der sch\u00f6nsten Zeiten in meinem Berufsleben war. Wir waren alle im \u00e4hnlichen Alter, energetisch, manchmal sehr naiv und unbeschwert, hatten das Gef\u00fchl dass alles m\u00f6glich ist.<br>Ge\u00e4ndert hat sich das erst als der Holl\u00e4nder uns verlie\u00df, wir einen Deutschen aus einer deutschen Firma als neuen Chef bekamen, irgendwie war dann vieles anders.<br><br>Qed, der richtige Chef macht also doch einen Unterschied, das merkt man aber erst wenn er nicht mehr da ist.&nbsp;<br>Ist ja \u00fcbrigens eine banale Lebensweisheit, erst wenn man etwas nicht mehr hat, wei\u00df man was man verloren hat.<br><br>\u00dcbrigens ist das auch ein bisschen so mit dem Leben, im Besonderen und allgemeinen, der Alltag l\u00e4sst uns vergessen, wie einmalig dieses Leben ist!<br><br>Nach zwei Jahren sind wir umgezogen, haben einen Hund gekauft, er hie\u00df Humphrey, die Kinder im Dorf haben ihn zwar Manfred gerufen aber das war ihm egal, er hat darauf geh\u00f6rt, vielleicht, um den Kindern einen Gefallen zu tun.&nbsp;<br><br>Gejoggt bin ich, meist mit meinem Freund Konny, heute noch sind wir selbst begeistert und klopfen uns gegenseitig auf die Schulter, wenn wir daran denken, wie wir einmal an einem 1. Januar morgens um 9 durch relativ hohen Schnee fast 15 km durch den Wald gelaufen sind.<br><br>Generell, wenn wir liefen habe ich immer versucht Konny ein Gespr\u00e4ch aufzuh\u00e4ngen, respektive ich habe ihn alles m\u00f6glich gefragt, nicht aus Interesse, sondern um ihm zum Sprechen zu bringen. W\u00e4hrend er erz\u00e4hlte, was es gestern zum Abendessen gab, konnte er n\u00e4mlich nicht so schnell laufen, sonst w\u00e4re ich wohl kaum immer mitgekommen.<br><br>Ich denke er hat die Absicht gemerkt, nie erw\u00e4hnt, es einfach gelassen wie es ist.&nbsp;<br><br>Bei einem offiziellen Halbmarathon in Lampertheim ist er fast 1,5&nbsp;km zur\u00fcckgelaufen, weil ich abrei\u00dfen lie\u00df und hat mich dann wieder an die Gruppe herangef\u00fchrt.<br>So ist er eben!<br>Freundschaft!<br>Ist auch heute noch so!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sportliches Wochenende zu dieser Zeit waren 4 Stunden Tennis, 25 km radfahren und 10 km laufen.<br>Mein lieber Scholli war ich fit!<br>Naja, ein bisschen fit bin ich immer noch, bin ja schlie\u00dflich auch 30 Jahre \u00e4lter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich komme jedoch noch immer recht regelm\u00e4\u00dfig in die Gegend um Lorsch und Einhausen, besuche manchmal alte Freunde, aber auf jeden Fall, bin ich alle 5 Wochen bei Renate, und lasse mich versch\u00f6nern. Seit 37 Jahren, egal wo immer ich auch wohne, niemand anders als Renate in Lorsch schneidet meine Haare und trimmt meinen Bart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da bin ich gut aufgehoben!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/_W0oC6nvrIo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/youtu.be\/_W0oC6nvrIo<\/a><br><br>Gebt wie immer auf euch und andere acht,<br>streitet nicht und haltet zusammen.<br><br>Lieben Gru\u00df aus Hofheim<br><br>Euer Eckhard O\/P<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, jetzt geht&#8217;s weiter, ich bin in Hessen, wir wohnen in Lorsch. Ich habe das erste Mal Gesamtverantwortung f\u00fcr den Personalbereich bei einem amerikanischen Unternehmen. Unser Chef ist Holl\u00e4nder und obwohl wir im Management Team nur Deutsche sind, verlangt er von uns in Meetings Englisch zu sprechen. 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