{"id":52149,"date":"2022-09-04T01:16:00","date_gmt":"2022-09-03T23:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=52149"},"modified":"2022-09-03T21:20:42","modified_gmt":"2022-09-03T19:20:42","slug":"langsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2022\/09\/04\/langsam\/","title":{"rendered":"Langsam"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">auf dem Weg zum Einkauf, hielt ich kurz vor Weiler, das ist ein kleiner Ort in der N\u00e4he des Sees, auf einem Parkplatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich ging links mit dem Hund am Wald entlang, rechts sind Felder, Mais und Weizen. Nach einiger Zeit kommt man an eine Weggabelung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kreuz, daneben eine Bank. Ich setzte mich auf die Bank, Brunello in den Schatten neben mich. Schaut man nach links sieht man die ersten H\u00e4user des Dorfes, geradeaus hinter den Feldern, die Stra\u00dfe, dann ansteigende H\u00fcgel, Wald. Der Himmel ist blau, Cirrus Wolken, es hat etwa 24 Grad, ein angenehmer, k\u00fchler Wind streicht vom Wald \u00fcber die Felder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist still, nur das Rauschen der B\u00e4ume, V\u00f6gel zwitschern, ich lehne mich zur\u00fcck und genie\u00dfe den Augenblick.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist unglaublich sch\u00f6n.\u00a0<br>Alles, die Landschaft, das Gr\u00fcn, das Blau des Himmels, mein Gef\u00fchl, alles.<br>Ich glaube ich habe diese Sch\u00f6nheit, von dieser, eigentlichen ganz normalen Landschaft, hier in der N\u00e4he des Sees, als ich j\u00fcnger war, nicht gesehen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals war sch\u00f6n was spektakul\u00e4r war. Wahrscheinlich hatte ich mir auch nicht die Zeit des Durchatmens genommen, gefangen in Verpflichtungen, die ich mir oft selbst auferlegte.\u00a0Schnelligkeit mit dem Fahrrad, dem Auto oder Moped war wichtiger. Ohne Pause dann auf den Tennisplatz, dann nach Hause, abends vielleicht ins Kino und am n\u00e4chsten Morgen vor dem B\u00fcro noch einen kleinen Waldlauf.<br>Es war keine Zeit, das Normale als sch\u00f6n zu sehen und auch so zu empfinden. Vielleicht war das nur bei mir so, aber ich glaube nicht, ich bin ja nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich, nicht anders als andere.<br>Ich wusste was wichtig war und was nicht, wusste wie ich dies oder das zu erledigen hatte und wusste vieles besser als die anderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war ein ganz normaler junger Mann!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist das anders, ich kenne meine Unzul\u00e4nglichkeiten, sehe meine Fehler und versuche vieles nicht nur mit meinen Augen zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man so auf einer Bank sitzt, zufrieden in die Umgebung schaut, fragt man sich auch immer wieder, in diesen stillen Momenten, warum, f\u00fcr was und f\u00fcr wen man eigentlich da ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss dann jeder f\u00fcr sich selbst beantworten, es gibt kein Rezept, es ist sehr individuell und man muss es auch nicht unbedingt mit jemanden teilen.\u00a0Hauptsache man wei\u00df das selbst oder versucht zumindest es zu ergr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich, f\u00fcr meinen Teil hoffe, dass ich meiner Umwelt etwas geben kann und, dass andere erkennen wie wertvoll sie f\u00fcr mich sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt drehe ich das Kalenderblatt um, der erste! \u00a0<br>Schon wieder ein Monat davongelaufen, die Zeit l\u00e4uft immer schneller, ich komme fast nicht mehr mit. Irgendwann werde ich dann wahrscheinlich stehenbleiben m\u00fcssen, wenn das alles zu schnell f\u00fcr mich ist, aber bis dahin habe ich noch einiges vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was, das wei\u00df ich nicht immer, aber es ist einfach einiges!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und immer wieder denke ich, dass wir aufwuchsen mit\u00a0<em>All you need is Love,\u00a0<\/em>\u00a0das ist wirklich das wichtigste, einzigartigste, wunderbarste im Leben, die Liebe.<br>Die Liebe zu allen und f\u00fcr alles. <br>Ich sag\u2019 doch, es gibt einfach noch einiges, was zu erledigen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Gro\u00dfvater v\u00e4terlichseits, hatte wei\u00dfes welliges Haar, einen krummen, kleinen Finger, (wei\u00df nicht warum, vielleicht vom Krieg, dachte ich), H\u00fchner im Garten, keinen F\u00fchrerschein, fuhr mit dem Bus von der Arbeit nach Hause, in sein kleines Dorf, in der N\u00e4he meiner Heimatstadt.\u00a0<br>Vor dem Krieg hatten sie in der Stadt gelebt, in der Nordstadt. Als sie ausgebombt waren haben sie dieses kleine Haus in seinem Heimatort gebaut, er hatte 4 Br\u00fcder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Gartenarbeit und dem H\u00fchner f\u00fcttern sa\u00df er auf der Couch, gegen\u00fcber des Kachelofens im Wohn\/Esszimmer (das war recht klein, h\u00f6chstens 20m2), er bat die Oma ihm seine Tropfen zu bringen (ich wei\u00df nicht, f\u00fcr was das war). Als sie ein paar Minuten sp\u00e4ter ins Zimmer kam war er einfach gegangen.\u00a0<br>Einfach so, er wurde 73 Jahre alt.\u00a0<br>Ich war 21 und dachte jetzt muss ich doch etwas Klassisches auflegen.\u00a0<br>Ich sa\u00df in meinem Zimmer unter dem Dach, im Sessel, der keine Beine hatte, dachte an ihn, an den Aprikosenbaum im Garten, die H\u00fchner, die Himbeerstr\u00e4ucher, die Erdbeeren, an den alten Waschzuber f\u00fcr\u2019s Gie\u00dfwasser.\u00a0<br>Ich sehe mich, im Sessel ohne Beine, unter den schr\u00e4gen Fenstern, heute weine ich nicht mehr, aber die Musik r\u00fchrt immer noch mein Herz und ich sehe ihn, mit den welligen Haaren und sp\u00fcre den krummen, kleinen Finger wenn er mir die Hand gibt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Frederic Chopin - Piano Concerto N? 2. II Larghetto  Arthur Rubinstein, piano (23)\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nhZm-vr4QZo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche euch genau diesen, einzigartigen Sonntag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passt auf euch und andere auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Streit gibt es genug, also lasst das lieber und haltet stattdessen mehr zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieben Gru\u00df vom See<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eckhard O\/P<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, auf dem Weg zum Einkauf, hielt ich kurz vor Weiler, das ist ein kleiner Ort in der N\u00e4he des Sees, auf einem Parkplatz.&nbsp; Ich ging links mit dem Hund am Wald entlang, rechts sind Felder, Mais und Weizen. Nach einiger Zeit kommt man an eine Weggabelung.&nbsp; Ein Kreuz, daneben eine Bank. Ich setzte mich auf die Bank, Brunello in den Schatten neben mich. Schaut man nach links sieht man die ersten H\u00e4user des&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2022\/09\/04\/langsam\/\">mehr<span class=\"screen-reader-text\">Langsam<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51729,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","spay_email":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-52149","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sonntagsgedanken","ratio-16-9","entry"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/feld.jpeg?fit=2500%2C1644&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52149"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52150,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52149\/revisions\/52150"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}