{"id":51887,"date":"2021-03-21T01:59:00","date_gmt":"2021-03-21T00:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=51887"},"modified":"2021-03-20T17:00:35","modified_gmt":"2021-03-20T16:00:35","slug":"ein-weisser-badvorleger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2021\/03\/21\/ein-weisser-badvorleger\/","title":{"rendered":"Ein weisser Badvorleger"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>heute Morgen, beim Schritt aus der Dusche, stand ich pl\u00f6tzlich in Toronto! Eigentlich stand ich auf einem Badvorleger, wei\u00df, Prince Hotel Toronto steht da geschrieben, also eher eingepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist schon so lange her, da kann ich jetzt ruhig zugeben, ich habe ihn unkorrekterweise mitgenommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Das war im Jahre 1987! Warum ich kurz in Toronto war?<\/p>\n\n\n\n<p>Also, die Geschichte geht so:<br>Ich bewerbe mich, weg von M\u00fcnchen nach Heppenheim, an der Bergstra\u00dfe. Upjohn hei\u00dft die Firma. Sie nehmen mich nicht, entscheiden sich f\u00fcr einen Bewerber, der kurzfristig zur Verf\u00fcgung steht, auf mich m\u00fcssten sie mehrere Monate warten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Naja, vielleicht ist der andere auch besser, aber als h\u00f6fliche Firma w\u00e4hlt man eben diese freundliche Ausrede.\u00a0<br>Das ist ja kein Beinbruch, erstens kann ich das glauben und es geht mir gut und zweitens ist das ja auch zu verkraften, denn es immer einer (vielleicht) besser.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn alle fachlichen Voraussetzungen stimmen bekommt man den Job, weil jemand einem leiden kann und man verliert einen Job, weil jemand einem nicht mehr leiden kann. So einfach ist das!\u00a0<br>Normalerweise wird nat\u00fcrlich immer ein riesen <em>Tam Tam<\/em> gemacht und alle m\u00f6glichen Gr\u00fcnde angef\u00fchrt, speziell bei K\u00fcndigungen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Alles fake (falsch) Beschiss!\u00a0<br>Man k\u00fcndigt ja auch nicht seine Mutter, Bruder, Schwester, Ehefrau oder Kindern, weil sie angeblich dies oder das nicht k\u00f6nnen oder organisatorisch \u00fcberfl\u00fcssig sind.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Warum ich jetzt trotzdem zum Gespr\u00e4ch in Toronto bin?\u00a0<br>Leider ist die Nummer 1, also der, der den Job bekam, schon nach 3 Monaten, bei Schnee und Eis, t\u00f6dlich verungl\u00fcckt.<br>Man hatte mich dann gefragt, ob ich noch zur Verf\u00fcgung stehe, und jetzt sieht man doch, dass eine nette Absage einen Einstieg, in diesem Falle ein \u201eJa\u201c doch eine gute Voraussetzung ist.\u00a0<br>\u201eKlar\u201c sage ich,\u00a0no hard feelings, sagt man in USA<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt sitze ich in Toronto, im Prince Hotel und warte auf den Marketing Direktor.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist Kanadier, deswegen Toronto, hei\u00dft bis heute Peter,\u00a0(sprich: Piiter) ist auf Heimaturlaub in Kanada, ansonsten arbeitet er als sog. Expat (das sind die, die vor\u00fcbergehend\u00a0ausgeb\u00fcrgert sind, Ex Patria) bei der Firma in Heppenheim.<br>Wir a\u00dfen zu Abend, unterhielten uns nett, meist \u00fcber pers\u00f6nliches, wie Familie etc., wenig \u00fcber berufliches (habe ich \u00fcbrigens dann sp\u00e4ter auch immer so gemacht).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hielt nie etwas von diesem ganzen HR Voodoo! Ein Bewerbungsgespr\u00e4ch ist nichts anderes, als wenn man in der Bar, auf dem Spielplatz, im Restaurant oder auf einer Parkbank jemand kennenlernen will. Den fragt man ja auch nicht nach seinen gr\u00f6\u00dften Erfolgen usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, wie gesagt, war ganz nett und am n\u00e4chsten Morgen flog ich wieder nach Hause.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein Aufwand!\u00a0<br>Die Freide-iforfjutscher, w\u00fcrden die \u00d6kobilanz\u00a0kritisieren, und da kann ich in diesem Falle sogar zustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich freue mich jedenfalls noch heute an diesem Badvorleger. Prince Hotel Toronto, das Hotel, den Park, das Restaurant, das Steak, den Peter und den Flieger war alles was ich gesehen habe, aber ich war in Toronto, wei\u00df ja keiner, dass es nur f\u00fcr 24 Stunden war.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was soll\u2019s, ich war aufgeregt, f\u00fchlte mich wichtig (warum auch immer) und bekam&nbsp;diesen Job, und das war dann doch auch irgendwie super!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Lest mal von Flavia Company, &#8222;Die Inseln der letzten Wahrheit\u201c, gibt es bestimmt \u00fcbersetzt in alle m\u00f6glichen Sprachen, das Original ist katalanisch. Irgendwie verr\u00fccktes, kleines Buch, mit verr\u00fccktem Schluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Musik: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/xu8u9ZbCJgQ\">https:\/\/youtu.be\/xu8u9ZbCJgQ<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsch\u2019 euch einen sch\u00f6nen Sonntag und einen guten Start in die kommende Woche. Das Gl\u00fcck liegt auf der Stra\u00dfe oder sonst irgendwo, man muss es nur sehen und wenn m\u00f6glich festhalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Gebt auf euch acht!<\/p>\n\n\n\n<p>Lieben Gru\u00df aus Hofheim&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Papa\/Eckhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, heute Morgen, beim Schritt aus der Dusche, stand ich pl\u00f6tzlich in Toronto! Eigentlich stand ich auf einem Badvorleger, wei\u00df, Prince Hotel Toronto steht da geschrieben, also eher eingepr\u00e4gt. Das ist schon so lange her, da kann ich jetzt ruhig zugeben, ich habe ihn unkorrekterweise mitgenommen! Das war im Jahre 1987! Warum ich kurz in Toronto war? Also, die Geschichte geht so:Ich bewerbe mich, weg von M\u00fcnchen nach Heppenheim, an der Bergstra\u00dfe. 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