{"id":51863,"date":"2021-02-07T01:49:00","date_gmt":"2021-02-07T00:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=51863"},"modified":"2021-02-06T17:56:54","modified_gmt":"2021-02-06T16:56:54","slug":"was-waere-wenn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2021\/02\/07\/was-waere-wenn\/","title":{"rendered":"Was w\u00e4re wenn?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">es regnet, regnet, regnet, seit Tagen. Als ich am Mittwoch nach Radolfzell fuhr, dachte ich nach dem Ortsausgang auf der langen Stra\u00dfe, wenn das jetzt bald \u00fcberflutet ist, dann wird die Stra\u00dfe wieder gesperrt. L\u00e4ge dann noch hoher Schnee auf dem Schiener Berg, richtiger hoher Schnee (gesperrt) und die Schweizer den Zoll schlie\u00dfen w\u00fcrden (wegen irgendetwas, im Zweifelsfall wegen Corona) dann, ja dann w\u00e4ren wir auf der H\u00f6ri im naturgegebenen (w\u00e4r das jetzt vegan? Wahrscheinlich nicht, Tiere sind ja auch eingeschlossen und wir sind ja auch keine Veganer sondern aus Fleisch und Blut) Lockdown.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schnapsidee! Ja, die Stra\u00dfe wird bei \u00dcberflutung immer gesperrt, der Zoll wird manchmal auch geschlossen, war im letzten Fr\u00fchjahr so, aber \u00fcber den Schiener Berg kommt man ja auf jeden Fall, der ist ja nicht der Nanga Parbat, dass es unten regnet und oben wie verr\u00fcckt schneit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, nein, nur wirre Gedanken!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber manchmal stellt man sich ja diese \u201eWas-w\u00e4re-wenn-Frage? Was&nbsp;w\u00e4re wenn ich damals nicht dort gewesen w\u00e4re, nicht diesen oder jene getroffen h\u00e4tte, an einer bestimmten Stelle mich anders entschieden h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal verpasst man auch den richtigen Moment und alles entwickelt sich so, als h\u00e4tte es diesen Moment nie gegeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer wei\u00df was alles passiert w\u00e4re oder sich entwickelt h\u00e4tte, wenn man etwas nicht verpasst h\u00e4tte oder eine andere Entscheidung gef\u00e4llt h\u00e4tte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich ist das jedoch egal. Es ist wie es ist, es macht keinen Sinn etwas hinterher zu weinen, man kann es nicht mehr \u00e4ndern und wie schon in den Spr\u00fcchen des Konfuzius Herr Schiller uns sagt \u201eewig still steht die Vergangenheit&#8220;. Nat\u00fcrlich ist man manchmal frustriert, verletzt, w\u00fctend aber ich sage mir da immer \u201eich \u00e4rgere mich\u201c das hei\u00dft doch, dass ich das mir selbst antue, also kann ich es auch besser bleiben lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was f\u00fcr Gedanken man in diesen Lockdown Zeiten hat! Man stellt sich schon weitere Lockdowns vor, hier der H\u00f6ri Lockdown und dann fragt man sich ob das dann nicht vielleicht&nbsp; auch besser w\u00e4re, wie w\u00e4ren unter uns, w\u00fcrden uns auf das Wesentliche besinnen, wer baut die Kartoffeln an, wer putzt die Schuhe und wer regelt den Verkehr( auf der Stra\u00dfe).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir w\u00e4ren eine kleine verschworene Gemeinschaft, jeder kennt jeden und jede und alle helfen einander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Zusammenhang f\u00e4llt mir ein, wie ich meinen Kindern immer die Welt erkl\u00e4rt habe. Als mich Philipp einmal fragte, ob der B\u00fcrgermeister unseres Dorfes unser K\u00f6nig sei, habe ich ihm folgende Geschichte erz\u00e4hlt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor langer, langer Zeit (als das W\u00fcnschen noch geholfen hat) lebten alle auf einer kleinen Insel. Wir waren sogenannte Selbstversorger und dazu noch mit uns selbst&nbsp;und den anderen zufrieden. Als wir sehr gute Ernten hatten, begannen wir mit mehreren Nachbarinseln Handel zu treiben, erfolgreich! Die hatten \u00c4pfel und wir Birnen. Und noch vieles andere, was wir tauschen konnten. Die t\u00e4gliche Arbeit wurde deswegen mehr und einiges, das wir fr\u00fcher selbst in die Hand genommen hatten, konnten wir nicht mehr selbst erledigen. Deshalb bestimmten wir jetzt jemand, der den Kindern lesen und schreiben beibringt, jemand der den Verkehr unserer Pferdefuhrwerke regelt, uns Brennholz besorgt und vieles, vieles mehr. Wir w\u00e4hlten auch jemand, der das alles f\u00fcr uns organisiert, so dass wir beruhigt unserer Arbeit nachgehen konnten. Wir legten nat\u00fcrlich auch fest, dass die, die das alles f\u00fcr uns \u00fcbernahmen auch an unserem Erfolg beteiligt waren. Und so lebten alle gl\u00fccklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute (enden alle guten M\u00e4rchen)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tja mein kleiner Sohn, leider haben viele das \u00fcber die Jahre vergessen und denken heute, dass sie uns auserw\u00e4hlt haben und wir dankbar sein m\u00fcssen, dass sie f\u00fcr uns da sind. Sie beteiligen uns nat\u00fcrlich daf\u00fcr auch an ihrem Erfolg und ihrer Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, Philipp, der B\u00fcrgermeister ist nicht unser K\u00f6nig!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche euch heute einen entspannten Sonntag und wenn ihr etwas lesen wollt, warum nicht mal wieder \u201eDie unertr\u00e4gliche Leichtigkeit des Seins\u201c von Milan Kundera.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich Flower Power Radio h\u00f6re, dann kommt immer mal wieder etwas, das ich lange nicht geh\u00f6rt habe, zum Beispiel das:&nbsp;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/xqOMuR5Z530\">https:\/\/youtu.be\/xqOMuR5Z530<\/a>&nbsp;und noch etwas von Mamas und Papas&nbsp;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/3R_eu1qeR5w\">https:\/\/youtu.be\/3R_eu1qeR5w<\/a>&nbsp;. Viel Spa\u00df beim Anh\u00f6ren!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieben Gru\u00df vom See.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gebt auf euch acht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papa\/Eckhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, es regnet, regnet, regnet, seit Tagen. Als ich am Mittwoch nach Radolfzell fuhr, dachte ich nach dem Ortsausgang auf der langen Stra\u00dfe, wenn das jetzt bald \u00fcberflutet ist, dann wird die Stra\u00dfe wieder gesperrt. 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