{"id":51860,"date":"2021-01-31T01:09:00","date_gmt":"2021-01-31T00:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=51860"},"modified":"2021-01-30T19:12:09","modified_gmt":"2021-01-30T18:12:09","slug":"0-0-0-0-0-0-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2021\/01\/31\/0-0-0-0-0-0-0\/","title":{"rendered":"0 0 0 0 0 0 0"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Lieben,<br><br>ich dachte, ich schreibe mal \u00fcber die Nullen in meinem Leben. Also ich meine die richtigen, die hinten an einer \u201eNichtnullzahl\u201c h\u00e4ngen.&nbsp;<br><br>Beim ersten \u201eNuller\u201c war ich in der 4. Klasse. Mein Klassenlehrer hie\u00df Herr Eberwein. F\u00fcr uns war er schon alt, aber wahrscheinlich war er so zwischen 20 und 30. Er war gro\u00df und hatte dunkles lockiges Haar. Die Nordstadtschule &#8211; 16 Jahre vorher hie\u00df sie noch Adolf-Hitler-Schule &#8211; war als ein Block gebaut. Im s\u00fcdlichen und westlichen Fl\u00fcgel hatten die M\u00e4dchen ihren Bereich, ihr Schulhof war in der Mitte des Blockes. Die Buben waren im \u00f6stlichen und n\u00f6rdlichen Teil untergebracht. Es gab logischerweise keine Verbindung. &nbsp;Wir waren also eine reine Bubenklasse bzw. sogar eine reine Bubenschule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kann mich auch erinnern, dass der Netto, das war der Nachname eines Klassenkameraden &#8211; wir wurden alle mit Nachnahmen gerufen &#8211; \u00f6fters \u00fcber die Bank gelegt wurde und einige Hiebe mit dem Stock bekam.<br>Pr\u00fcfungsarbeiten waren in der 4. Klasse angesagt! Pr\u00fcfungsarbeiten, die einem, falls sie gut waren, berechtigten auf eine weiterf\u00fchrende Schule zu gehen. Habe ich geschafft! (\u00dcber den weiteren Fortgang, ein anderes Mal)<br>Im Pausenhof haben wir vor dem Unterricht mit einem Tennisball Fu\u00dfball gespielt. Mein Schulweg dauerte etwa 20 Minuten, das erste St\u00fcck des Weges hat mich immer unser Hund Strolch begleitet.\u00a0<br>Einmal hat mir ein Mitsch\u00fcler w\u00e4hrend eines Streits\u00a0ins Gesicht gespuckt, das hat mich so getroffen, dass ich bis heute noch genau wei\u00df wer das war und wo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansonsten waren die ersten 10 Jahre wie f\u00fcr viele meiner Altersgenossen eine normale Kindheit mit noch, obwohl das uns nicht bewusst war, vielen Nachwirkungen des Krieges. Pforzheim war\u00a0eine der am meisten zerst\u00f6rten St\u00e4dte Deutschlands. \u00dcberall noch Ruinen, Bretterbuden mit kleinen Gesch\u00e4ften. Einmal auf dem Schulweg waren auf der langen Holzwand einer Kohlenhandlung\u00a0gro\u00dfe Hakenkreuze aufgemalt. Am n\u00e4chsten Tag waren die dann \u00fcbermalt, sahen aus wie gro\u00dfe schwarze Fenster.<br>Viel ist passiert in diesen ersten 10 Jahren, nicht alles f\u00e4llt mir auf Anhieb ein aber so St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck werde ich das wohl wieder entdecken.\u00a0<br><br>Wie selbstverst\u00e4ndlich, nicht \u00fcberraschend, aber irgendwie doch pl\u00f6tzlich und unerwartet kam gestern die 7. Null zu mir.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nur eine Zahl, ich wei\u00df, aber irgendwie war mir dann doch ein bisschen anders.\u00a0<br>Wir erreichen jeden Lebensabschnitt als Neuling sagt Rochefoucauld. Das wird wohl auch jetzt so sein, aber man wird das Gef\u00fchl nicht los, dass die Unendlichkeit stetig n\u00e4her r\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht mir gut, ich habe mich damit abgefunden, dass einiges nicht mehr so funktioniert wie vor 20 Jahren, dass man Tabletten, z.B. gegen Gicht oder f\u00fcr den Blutdruck, jetzt bis zum Ende (hier meine ich nicht das Ende der Schachtel) nehmen muss. Auch abgefunden habe ich mich mit der Tatsache, dass mich meine Umwelt jetzt f\u00fcr erwachsen h\u00e4lt. Was so eine Zahl alles aus macht!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich wei\u00df nat\u00fcrlich, dass dem nicht so ist. Ich bin immer noch der Eckhard (der Karlheinz w\u00fcrde jetzt sagen der <em>Eggi<\/em>) aus der Hohenzollernstra\u00dfe und ich glaube ich habe mich in wesentlichen Dingen nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem B\u00fccken ist das jetzt \u00fcbrigens auch ein bisschen schwieriger, aber man sollte sich auf jeden Fall die Frage stellen \u201ewas kann ich jetzt noch erledigen, wenn ich schon mal hier unten bin?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Naja, so ist das eben, aber\u2026,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sei Dank hatte ich die Eingebung lieber den 69. als den 70. zu feiern.<br>\u00dcberhaupt wird das mit den Eingebungen mit zunehmendem Alter immer besser, vielleicht weil man nicht mehr muss.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gesagt, es geht mir gut, ich bin mit mir im Reinen, bin ausgeglichen und gl\u00fccklich, dass es ist wie es ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich freue mich \u00fcber unsere 5 Kinder nebst Schwiegert\u00f6chtern und noch mehr \u00fcber unsere sechs (bald 7) Enkel. (Hoffe sie erfreuen sich auch an mir)<br>Bin froh, dass meine Mutter noch lebt ab und mich ab und zu mit einem lockeren Spruch versorgt. K\u00fcrzlich beim Passamt: \u201ewollen sie einen Personalausweis\u00a0mit Fingerabdruck?\u201c &#8211; \u201eWie?, ich breche jetzt nicht mehr ein!&#8220;\u00a0<br>Zweimal t\u00e4glich telefoniere ich mit ihr.<br><br>Ich genie\u00dfe meine Zeit, egal ob am See, in Hofheim oder sonst wo und erwarte gespannt aber gelassen die kommenden Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/QlAzXWoQDlg\">https:\/\/youtu.be\/QlAzXWoQDlg<\/a><br><br>Ich w\u00fcnsche euch einen (\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..&lt;&#8212;&#8211;setzt etwas ein) Sonntag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieben Gru\u00df vom See.<br>Gebt auf euch acht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papa\/Eckhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, ich dachte, ich schreibe mal \u00fcber die Nullen in meinem Leben. 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