{"id":51795,"date":"2020-10-04T01:01:00","date_gmt":"2020-10-03T23:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/?p=51795"},"modified":"2020-10-03T20:06:06","modified_gmt":"2020-10-03T18:06:06","slug":"habibi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sonntagsgedanken.de\/blog\/2020\/10\/04\/habibi\/","title":{"rendered":"Habibi"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>in einer langen Schlange standen wir in Rijyad bei der Einreise vor dem Immigration Officer. Die Philippiner neben uns mu\u00dften noch viel l\u00e4nger warten, ich hatte keine Ahnung wie lange sie schon hier standen. Sie mu\u00dften alle ihre P\u00e4sse abgeben und warteten nun bis sie sie zur\u00fcckbekamen, mehr oder weniger zugeworfen.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Unser General Manager, der seit 2 Jahren in Riyadh lebte, holte uns ab. Der Weg zum Parkplatz f\u00fchrte durch eine lange Unterf\u00fchrung, naja so lang war sie jetzt nicht, kam mir aber lang vor. Der komplette Boden war mit gro\u00dfen, 5-10 cm langen Heuschrecken bedeckt. \u00dcber diesen lebendigen Teppich ging es circa 50 m durch diesen recht d\u00fcsteren Gang. Man kam sich vor wie bei Indiana Jones.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u201eCompound\u201c, alle Ausl\u00e4nder leben in einer separaten abgeriegelten Siedlung, bekamen wir erst einmal ein selbstgebrautes Bier. Anscheinend macht man das dort so, denn Alkohol gibt es ja nicht zu kaufen.\u00a0<br>Als wir sp\u00e4ter zum Abendessen gingen, bemerkte ich, da\u00df die Eing\u00e4nge zum Lokal nach M\u00e4nnern und Familien getrennt waren.Am Stra\u00dfenrand sah ich immer wieder Gruppen von jungen M\u00e4nnern an irgendwelchen Holzst\u00fcckchen kauen. Was ist das? S\u00fc\u00dfholz, wurde mir erkl\u00e4rt. Vielleicht kommt daher der Ausdruck &#8222;S\u00fc\u00dfholz raspeln&#8220;.\u00a0<br>Wir kamen \u00fcbrigens an diesem Tag von Kairo. Wir waren am Freitag Nachmittag von Frankfurt nach Kairo geflogen, hatten dann dort Samstag und Sonntags Meetings, das geht ja ganz gut, in muslimischen L\u00e4ndern ist der Freitag eben unser Sonntag.\u00a0Kurz vor der Ankunft in Riyadh verschwanden etliche junge, westlich gekleidete Frauen in der Toilette und kamen dann vollst\u00e4ndig \u00a0in schwarz, nur mit Augenschlitz, Niqab hei\u00dft das, wieder zum Vorschein. <br>Ich glaube, das wurde auch dort in der Zwischenzeit etwas gelockert.Es war auf jeden Fall ein sehr interessanter Gesch\u00e4ftstrip, auch mit einer F\u00fchrung durch die Altstadt. Ibrahim zeigte mir den Platz, wo auch heute noch entsprechend nach saudischem Recht bestraft wird, er erz\u00e4hlte mir auch einige recht drastische Beispiele.Nach 3 Tagen ging es weiter nach Dubai, das war schon eine anderen Welt! Von dort 2 Tage sp\u00e4ter nach Istanbul und wiederum nach 2 Tagen dann zur\u00fcck nach Frankfurt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war danach noch oft im mittleren Osten, ich fand das dort immer sehr aufregend. So andersartig, das Essen fremd und gut, die Menschen unglaublich nett. Beziehungen und Ber\u00fchrungen sind unglaublich wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens bin ich ab dem Zeitpunkt, egal wie lange die Reise war, immer nur noch mit Handgep\u00e4ck gereist. Auf dem Flug von Frankfurt nach Kairo ging n\u00e4mlich mein Gep\u00e4ck verloren. Und da wir bei diesem Trip, \u00fcberall nur ca. 2 Tage waren, folgte mein Koffer mir in regelm\u00e4\u00dfigem Abstand, d.h. er reiste mir hinterher.Meine Reisen waren zwar anstrengend, aber es hat mir immer viel gebracht. Man bekommt einen anderen Blick f\u00fcr vieles, speziell wenn das Gesch\u00e4ftsreisen sind. Man hat Kontakt zum \u201enormalen&#8220; Leben, zur Arbeit, Sorgen, die den einzelnen plagen, aber man kann auch gemeinsam Freude empfinden. Bei Urlaubsreisen ist das doch eher eine k\u00fcnstliche Welt.Man stellt fest, da\u00df egal ob in Finnland, S\u00fcdafrika, Oman oder USA, zwischen Nord\/S\u00fcd\/Ost und West die Menschen immer dasselbe umtreibt. Liebe, Freude, Hoffnung und Trauer, da\u00df alle nur in Ruhe leben wollen, einfach leben und ich verstehe nie warum der eine oft den anderen nicht in Ruhe l\u00e4\u00dft. Freundlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft ist doch recht einfach.<a class=\"\" href=\"https:\/\/youtu.be\/OtU9xCbVY6I\">https:\/\/youtu.be\/OtU9xCbVY6I<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vor vielen Jahren habe ich mal das Buch von Peter H\u00e4rtling &#8222;Hubert oder die R\u00fcckkehr nach Casablanca\u201c gelesen. Ich wei\u00df nur noch, da\u00df es mich damals faszinierte. Ich fang\u2019s mal wieder an zu lesen, mal sehen wie ich das jetzt empfinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche euch einen sch\u00f6nen Sonntag vom grauen See.<br>Lieben Gru\u00df Papa\/Eckhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, in einer langen Schlange standen wir in Rijyad bei der Einreise vor dem Immigration Officer. Die Philippiner neben uns mu\u00dften noch viel l\u00e4nger warten, ich hatte keine Ahnung wie lange sie schon hier standen. Sie mu\u00dften alle ihre P\u00e4sse abgeben und warteten nun bis sie sie zur\u00fcckbekamen, mehr oder weniger zugeworfen.\u00a0\u00a0 Unser General Manager, der seit 2 Jahren in Riyadh lebte, holte uns ab. 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