Meine Lieben,
Sonntagsgedanken zu schreiben wird immer schwieriger, denn wenn ich nicht politisch werden möchte, ist das in den heutigen, verrückten, schlimmen Zeiten kaum möglich. Sie erdrücken und überlagern alles, was an schönem, angenehmen Gutem in dieser Welt ist. Und ich spreche nicht von Klimaschutz und all diesen Dingen, nein, ich rede von menschengemachten Problemen, Nichtachtung anderer Nationen, Geschlechter, Traditionen. Einige meinen, nur sie hätten das Recht, Recht zu haben. Ich denke, alle haben ein Existenzrecht und die Freiheit der eigenen Meinung.
Aber ich versuche, weiterhin positiv zu bleiben.
Ich habe übrigens aufgehört, regelmäßig Nachrichten zu hören bzw. zu schauen. Ich höre lieber Swiss Classic oder auch mal einen Sender mit Oldies oder Popmusik. Journalisten stellen manchmal in Interviews so blöde Fragen, daß sich der Gedanke bei mir breit macht: Denken die, ich bin dumm?
Auch diese Nachfragen, wenn doch jeder und seine Großmutter weiß, daß der Interviewpartner das jetzt im derzeitigen Status nicht frank und frei beantworten kann, da nützt auch alles Nachbohren nichts.
Zudem, achtet mal darauf, daß sich bei uns die Nachrichten meist so anhören: „Der Bundeskanzler findet das xy-Abkommen einen Schritt in die richtige Richtung“, „Der Außenminister hat sich entsetzt gezeigt, als er vom Terroranschlag Kenntnis bekam“ usw. usw.
Ihr wißt wahrscheinlich, was ich meine, zu viel Beachtung, welcher Politiker was, wann gesagt hat, anstatt mehr Information über die Fakten. Deswegen ist es angenehm, einfach nur Musik zu hören und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Jetzt ist das doch ein bissl politisch geworden, oder?
———
Ende letzten Jahres war ich bei einer Veranstaltung auf der anderen Seeseite, sprich in der Schwyz. „Sizilien“ war das Motto, Pizza, Minestrone und italienische Musik, war prima.
Es waren auch einige Leser der Sonntagsgedanken da, einer meinte, ich sei wohl verliebt in meine Jugend, das würde er so aus den Gedanken herauslesen.
Kann schon sein, aber sind wir nicht alle ein bißchen verliebt in unsere Lebenszeit zwischen 15 und 25?
Diese Aufbruchszeit, diese Zeit, die endlos schien und alle Möglichkeiten offen ließ? Man findet sich selbst, hoffentlich, auch wenn das manchmal einige Achterbahnfahrten erfordert, das eigene Wertesystem entwickelt sich. Wenn ich heute in die „Lektüre für Minuten“ von Hermann Hesse schaue, würde ich genau dasselbe anstreichen wie damals.
Freunde sind jetzt unglaublich wichtig und oft halten diese Freundschaften, wenn auch im Laufe der Zeit manchmal mit großen Unterbrechungen, ein ganzes Leben.
Und man verliebt sich!
Immer und immer wieder und das kann sogar immer derselbe Mensch sein. Das alles ist doch unglaublich spannend!
Also ich denke, es gibt genug Gründe, ein bißchen in diese Zeit verliebt zu sein, wenn ich auch weiß, daß ich vieles idealisiere. Das Schlechte wird ausgeblendet, einfach nicht mehr daran gedacht.
Und so lebe ich mein Leben!
Ich wünsche euch einen nicht zu nebligen Sonntag, dennoch Durchblick behalten.
Paßt auf euch und die anderen auf,
streitet nicht und haltet zusammen
Lieben Gruß vom See
Euer Eckhard/Papa/Opa


Kommentare sind geschlossen, aber Trackbacks und Pingbacks sind möglich.