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Zeitenwende

Meine Lieben,

vor einiger Zeit hatte ich schon mal angefangen über die Zeitenwende, Ökologie, Ökonomie und dem Untergang der Welt zu schreiben. 

Der Untergang der Welt ist auf jeden Fall das Sicherste, man muss es nur sehr individuell, also ganz auf sich bezogen, betrachten.

Zurück geht diese Idee für diese Sonntagsgedanken auf ein Buch, das ich kürzlich gelesen habe: „Träumer“ (lohnt sich zu lesen). Es geht dort um die Revolution in München von 1919. 

An einem der vergangenen Sonntage, (27.Juni, Verstrubbelt) ist mir dann der Bäcker dazwischengekommen. So probiere ich dieses schwierige Thema nochmals. Wirklich nicht einfach!

Ökonomische Krise vor einigen Jahren, die derzeitige Pandemie, Umweltprobleme, bzw. den Niedergang der Welt. 

Also doch Zeitenwende. 

Ich weiß, es steht der Welt zwar nicht zum Besten, aber ich zum Beispiel glaube an die Innovationskraft der Menschen – dass man da schon noch etwas tun kann.

Und wenn man wirklich nichts mehr tun könnte, spielt das logischerweise für mich persönlich keine Rolle mehr und deswegen trauen mir die Jungen wahrscheinlich nicht zu, dass ich noch ernsthaft etwas gegen diesen Untergang unternehmen will.

Auf der anderen Seite könnte man denken, wenn die, die die heute glauben, dass das alles in sehr absehbarer Zeit passiert, jetzt anfangen sich nur noch mit dem Lastenfahrrad fortzubewegen, auf Reisen mit Flugzeug und Schiff verzichten, weniger im Internet surfen, um die Server nicht so zu belasten, kein Fleisch mehr essen und nicht mit Kryptowährungen spekulieren, dann ist doch schon viel gewonnen. Und ich kann noch 20 Jahre so Autofahren ich wie ich will.

Das ist natürlich schei** egoistisch und so etwas darf man gar nicht denken, geschweige denn sagen, also vergesst es!

Je jünger man ist, umso aktiver und enthusiastisch ist man, egal ob man vom Weltuntergang in den nächsten 50 Jahren spricht oder sich politisch oder humanökologisch engagiert.

Das ist auch richtig und gut.

Unsere Eltern haben nach dem Krieg die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand gelegt. Die sog. 68er Generation hat mit dem Marsch durch die Institutionen viel Veränderung erreicht. Aber jetzt braucht die Welt, bzw. die Gesellschaft, etwas Neues. 

Wir retten die Welt vor dem Untergang, d.h. eigentlich retten wir nicht die Welt, sondern eher uns. Die Welt wird es immer noch geben, auch wenn wir die Radieschen von unten betrachten. 

Ob man das wirklich nur ganz uneigennützig für die kommenden Generationen macht, das bezweifle ich ein wenig. 

Es ist doch selbstverständlich, dass jede Generation Veränderungen anstoßen muss, sonst würde  ja alles bleiben wie es ist. 

In dem Zusammenhang fällt mir aber eine Frage aus den Fragebögen von Max Frisch ein:

„Sind sie sicher, daß sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?“

Hmmm??????

Ich wünsche euch einen nachdenklichen, aber sorgenfreien Sonntag.

Lieben Gruß vom See 

Eckhard O/P

3 Kommentare

  1. hassell

    Dear Eckhard

    Thanks for your notes. As always, it give me thought to contemplate while I look over the sea.

    Kind regards

    Stuart

  2. Florian Hofsäß

    Schönen guten Morgen,
    da muss ich mich manchmal schon fragen ob mein lieber Herr Papa mir absichtlich „den Ball auf den Elfmeterpunkt legt“.
    Ob die Innovationskraft des Menschen die Welt, dies ist an sich schon falsch und typisch menschlich überheblich, sondern es geht um die Erde, noch retten kann sei mal dahingestellt, hat diese Innovationskraft den Menschen nicht erst dort hin gebracht?
    Interessiert mich die Erde nach meinem Ableben? Spätestens ab den Ur-Enkeln, die man nicht mehr kennt wahrscheinlich nicht.
    Zumindest würde dies ins Bild des Menschen passen.
    Grundsätzlich geht es ja um was ganz anderes…
    Milliarden von Jahren existiert dieser Planet, Millionen von Jahren leben und existieren die unterschiedlichsten Spezies auf dieser Erde, kommen und gehen und passen sich an.
    Und dann ? Dann kommt der Mensch und schafft es in 150Jahren Industrialisierung diesen Planeten „runterzurocken“.
    Passt sich nicht mehr an, es muss immer nur höher, schneller, weiter sein.
    Maximierung des Gewinns.
    Nicht die Spezies Mensch passt sich dem Planeten an wie Milliarden Jahre üblich, sondern der Planet soll dies tun.
    Irgendwann in unabsehbarer Zeit landet eine unbekannte Spezies auf der Erde, findet Überreste dieser ach so tollen Menschheit und stuft diese als uninteressant, kurzlebig und primitiv ein.
    Das ist doch einfach nur peinlich, weil es auch viele andere und intelligente Menschen auf dieser Erde gab.
    Lange Rede, kurzer Sinn…die Menscheit sollte ein anderes Bild auf der Zeitachse der Weltgeschichte, diesmal mein ich Welt, hinterlassen, als das was sie derzeit abgibt.
    Ich persönlich glaube nicht an die Zukunft der Erde, vielleicht wird der ein oder andere Mensch überleben, weil ihn Herr Bezos oder Herr Musk mit nimmt….natürlich nur die Priviligierten!

    Schwere Kost am Sonntagmorgen, liebe Grüße und einen wunderschönen Tag.
    Genießt ihn.
    Florian

  3. Christine

    Guten Morgen lieber Eckhard,

    lieben Dank, dass du deine Gedanken mit uns teilst.
    Freue mich immer auf deine Mail und höre auch gerne die von dir ausgewählte Musik
    🙂 (Den richtigen Smily bekomme ich auf dem Laptop nicht hin – gehöre eben auch nicht zu den Computer kids)

    Liebe Grüße und bis auf einen Kaffee/Tee in Hofheim

    Christine

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